One erstmals mit positivem Cash-Flow
Der drittgrößte heimische Mobilfunkanbieter One ist nach eigenen Angaben ausfinanziert. Das Unternehmen, das unter Connect Austria firmiert, hat im ersten Halbjahr 2002 mit plus 75 Millionen Euro [1. Halbjahr 2001: minus 111] erstmals in seiner vierjährigen Geschichte einen positiven Cash-Flow erwirtschaftet.
Die zu Beginn leicht rückläufigen Investitionen seien zur Gänze aus eigenen Gewinnen finanziert worden, sagte One-Finanzchef Christian Schrötter.
EBIT-Gewinn im Gesamtjahr 2002 angepeilt
Das negative Betriebsergebnis [EBIT] verbesserte One im ersten
Halbjahr von minus 37 auf minus 5 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr
strebt das Unternehmen eine schwarze EBIT-Null und damit den
Turnaround an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
[EBITDA] wurde von 21 auf 70 Millionen Euro gesteigert. Die
EBITA-Marge erhöhte sich damit von 8 auf 24 Prozent und soll bis
Jahresende weiter verbessert werden.
One erwartet 2001 acht Milliarden ATS Umsatz700 Millionen Euro für UMTS
Seit 1998 hat One 1,55 Mrd. Euro ins Netz investiert. Weitere große Investitionen kommen auf One mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS zu.
Insgesamt fließen dabei 700 Millionen Euro in den Ausbau der Netze. Dafür wurde eine Projektfinanzierung über 690 Millionen Euro abgeschlossen. Die Kredite will One ab Dezember 2005 zurückzahlen, bis 2009 soll die Rückzahlung abgeschlossen sein.
Mit UMTS am Massenmarkt starten wird One laut Schrötter voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr 2003. Ursprünglich hatte der Konzern einen Start bereits 2002 angepeilt. Nun soll zu diesem Zeitpunkt nur ein Pilotprojekt mit einigen Friendly Usern beginnen.
UMTS-fähige Endgeräte fehlen
Der Grund für den verspäteten Launch sei der Engpass bei den
verfügbaren Endgeräten. "Wir haben zwar das Fahrzeug, aber uns fehlt
noch das Lenkrad", skizziert der One-Finanzchef die Situation.
Sollten sinnvolle UMTS-Handys - "idealerweise nicht so groß wie
Ziegelsteine" - schon früher auf den Markt kommen, schließt
Schrötter aber auch einen Start noch im ersten Halbjahr 2003 nicht
aus.
UMTS-Start auffällig unauffälligARPU von 40 bis 50 Euro bis 2010
Den großen Geldregen erwartet sich One von den neuen Technologien allerdings nicht. Der durchschnittliche One-Umsatz pro Kunden [ARPU]
- derzeit bei 35 Euro - soll bis 2010 laut Businessplan nur auf 40 bis 50 Euro ansteigen.
Schrötter betonte aber, dass der eher konservative One-Businessplan nur auf Verbindungsentgelten aufgebaut sei. Tatsächlich hoffe man auch bei One auf Content-Umsätze und insgesamt auf einen ARPU zwischen 60 und 70 Euro.
One startet MMS im Herbst
Die Mobilkom und T-Mobile sind mit der SMS-Nachfolgetechnologie
Multimedia Messaging Services [MMS] bereits gestartet. One will erst
im Herbst starten, wenn schon mehr MMS-fähige Handys im Umlauf sind,
so Schrötter.
T-Mobile startet MMS
Mobilkom launcht MMS1,6 Millionen Kunden
Im ersten Halbjahr 2002 hat One den Umsatz in einem stagnierenden österreichischen Mobilfunkumfeld um 9 Prozent auf 292 Millionen Euro gesteigert. Die Minutennutzung sei gestiegen. Die Gesamtzahl der Kunden [Mobilfunk, Festnetz, Internet] habe sich von 1,5 auf 1,6 Millionen erhöht, berichtete Schrötter weiter.
Die Zahl der One-Mobilfunkkunden stieg dabei leicht von 1,26 auf 1,3 Millionen. Den Marktanteil habe One damit von 19 auf 21 Prozent ausgebaut.
Gleichzeitig sei One der einzige heimische Mobilfunker mit mehr Vertragskunden [54 Prozent] als Wertkartenkunden [46 Prozent], betonte Schrötter.
Beteiligungen an One
An One sind E.ON [50,1 Prozent], die norwegische Telenor, Orange
[je 17,45 Prozent] und die dänische Tele Danmark [15 Prozent]
beteiligt. Das Unternehmen beschäftigte per Ende Juni knapp unter
1.500 Mitarbeiter, 150 weniger als vor rund einem Jahr.
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