Qwest mit höheren Verlusten als erwartet
Der wegen Bilanzungereimtheiten in Ungnade gefallene US-Telekomkonzern Qwest hat das zweite Quartal wiederum tiefrot beendet.
Der Nettoverlust inklusive Sonderposten betrug 1,14 Milliarden USD oder 68 Cent pro Aktie. Die Umsätze fielen um 17,3 Prozent von 5,2 auf 4,3 Milliarden USD.
Qwest hat nun auch die Jahresprognose gedrosselt. Statt der allgemein erwarteten Verluste von 23 Cent werde das Minus zwischen 46 und 49 Cent pro Aktie liegen.
Über eine Milliarde USD an Umsätzen falsch verbucht
In der Vorwoche hatte der US-Telekomriese
Bilanzierungsunregelmäßigkeiten nun auch offiziell eingestanden. In
den vergangenen drei Jahren wurden insgesamt 1,16 Milliarden USD an
Umsätzen falsch verbucht. Das neue Management um CEO Richard
Notebaert wies darauf hin, dass die Bücher gerade von der
US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden und dabei eventuell neue
Unregelmäßigkeiten zu Tage kommen könnten. Die Ergebnisse der
Geschäftsjahre 1999, 2000 und 2001 werden in einigen Monaten neu
vorgelegt.
Qwest will Bilanzbetrug still regelnNachfrageflaute und Preisdruck
Im Q2-Verlust waren einmalige Sonderaufwendungen in Höhe von 926 Millionen USD enthalten. Ohne diese betrug der Verlust 210 Millionen USD, nachdem im Vorjahr ohne Sonderbelastungen noch ein Gewinn von 128 Millionen USD ausgewiesen wurde. Auch das für die Telekombranche wichtige EBITDA ging um 37 Prozent auf 1,26 Milliarden USD zurück.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Qwest einen Umsatz zwischen 17,1 und 17,4 Milliarden USD. Das EBITDA wird voraussichtlich zwischen 5,4 und 5,6 Milliarden USD ausfallen, so Qwest heute. Das Unternehmen sieht weiterhin eine Nachfrageflaute und einen erhöhten Preisdruck in Folge der zunehmenden Konkurrenz.
