Vodafone verschiebt UMTS-Start
Der Telekommunikationskonzern Vodafone wird nach Aussage von Deutschland-Chef Jürgen von Kuczkowski den kommerziellen Start seines Multimedia-Mobilfunknetzes UMTS in Deutschland voraussichtlich um etwa ein halbes Jahr verschieben.
Ursprünglich wollte die Deutschland-Tochter des britischen Mobilfunk-Giganten im Herbst dieses Jahres UMTS auf den Markt bringen.
Jetzt dürfte sich der kommerzielle Start voraussichtlich bis Frühjahr 2003 verzögern, sagte von Kuczkowski laut einem vorab veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". Der Manager machte für die Verschiebung die Lieferanten der Endgeräte Motorola und Nokia verantwortlich. "Wir sind mit einigen technischen Leistungsmerkmalen einfach noch nicht zufrieden", sagte er der Zeitung.
6 Betreiber verschieben Marktstart
Vor Vodafone hatten bereits fast alle der insgesamt sechs
UMTS-Netzbetreiber ihren Marktstart verschieben müssen, so auch die
Telekom-Tochter T-Mobile.
Orange will drei Jahre UMTS-AufschubNur drei UMTS-Netze auf Dauer
Von Kuczkowski rechne damit, dass es auf Dauer nur drei UMTS-Netze geben werde. Vodafone, T-Mobile sowie ein Netz, dass alle übrig gebliebenen Wettbewerber betreiben. "Da volkswirtschaftlich gesehen immer noch die günstigste einer Vielzahl von schlechten Alternativen", sagte Kuczkowski. "Einige Wettbewerber werden nicht darum herumkommen, ihre Lizenz wieder abzugeben.
Nach Einschätzung von Kuczkowski wird UMTS in den ersten Jahren nur einen Beitrag "im einstelligen Prozentbereich" zum Gesamtumsatz leisten. Ab 2005 werde es aber "zweistellige Umsatzbeiträge mit hohen Wachstumsraten" geben. Für die Geschäftsplanung von Vodafone sei die Verschiebung des UMTS-Starts "absolut unerheblich", sagte er weiter.
