08.08.2002

TERROR

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Pakistan erfasst Internetcafe-Besucher

Die pakistanische Regierung will im Zuge ihrer Antiterrormaßnahmen alle Besucher von Internetcafes ab sofort registrieren lassen, sowie alle Internetcafes zentral erfassen. Damit sei die Verfolgung verdächtiger E-Mails [und Personen] leichter, so ein Sprecher.

Die Pakistani befürchten allerdings, dass mit der Registrierung der Besucher und der besuchten Websites auch ganz andere Restriktionen auf sie zukommen könnten und das Internet seine größte Attraktion, die Anonymität, verlieren könnte.

Die Regierung argumentiert, dass sie damit eine Lücke in ihrem Einsatz gegen die Al-Qa'ida-Organisation schließen wolle. Die US-Behörden hatten im März, nachdem sie einen Anstieg des E-Mail-Verkehrs aus Pakistan registriert hatten, davor gewarnt, dass die Terrororganisation sich wieder organisiere.

Anonymität groß geschrieben

Die neue Regelung sei ausdrücklich gegen Terroristen und nicht gegen pornografische Inhalte gerichtet, die in dem streng moslemischen Land verboten sind. Eine Site der al-Qa'ida sei bereits geschlossen worden.

Obwohl die meisten Onlineaktivitäten ohnedies "sozial akzeptabel" sind, fühlen sich viele Pakistani in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt. Sie möchten ohne Angst vor Restriktionen oder öffentliche Bloßstellung im Netz surfen können.

Anonymität wurde bisher in den Cafes groß geschrieben. Viele sind in den verwinkelten Straßen der großen Städte versteckt, hinter kleinen Geschäftsfassaden und manche in den Bergen. Das werde die Erfassung schwierig machen, wie die Regierung zugibt.

Bei der Entführung und Ermordung des Journalisten Daniel Pearl hatte das Internet eine große Rolle gespielt. Die Entführer hatte Nachrichten und Bilder via E-Mail verschickt. Die Spur führte damals allerdings zu einem privaten PC.

15 Cent pro Stunde

Bei einem jährlichen Durchschnittsverdienst von 400 USD können sich viele Pakistani keinen eigenen PC leisten. In den Internetcafes kostet eine Stunde um die 15 Cent.