Waffenstillstand ermöglicht GSM-Rollout
Seit Februar hält in Sri Lanka der Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Tamil Tigers.
Sir Lankas größter Mobilfunkbetreiber MTN plant nun, sein GSM-Netz auf die von den Tamil Tigers gehaltene Jaffna-Halbinsel auszudehnen.
Die erforderliche Investition von gut zehn Millionen Euro stellt das größte Investment überhaupt in dem Gebiet seit Beginn des Bürgerkrieges 1983 dar.
MTN betont ausdrücklich, dass das Netz für jedermann, Militärs wie Zivilisten, zur Verfügung stehen wird.
MTN
MTN ist eine hundertprozentige Tochter von Telekom Malaysia. Fast
jeder zweite der rund 700.000 Mobilfunk-User in Sri Lanka nutzt MTNs
"Dialog GSM"-Netz.
Telekom MalaysiaVertrauen in Friedensprozess
Angst um die Anlagen hat man bei MTN offenbar keine. Man zeigt sich vom Erfolg des Friedensprozesses überzeugt.
Sollte dieser doch scheitern, werde man sich des Problemes zu gegebener Zeit annehmen, wird bei dem Unternehmen nach dem "Kommt Zeit kommt Rat"-Prinzip verfahren.
Die Infrastruktur wird zum größten Teil in Militärbasen untergebracht werden. Dort seien die Anlagen gut geschützt und, sollte dies nichts nützen, könne man das Netz immer noch abschalten, heißt es aus der Firmenleitung.
Braille-Rechnungen für Blinde
Durch den fast 20 Jahre währenden Bürgerkrieg bedingt gibt es in
Sri Lanka besonders viele Behinderte. Dialog verschickt seine
Rechnungen auf Wunsch auch in Braille-Schrift.
Dialog GSMJaffna-Investment rentiert sich nicht
MTN hofft, im von rund zwei Millionen Einwohnern bewohnten Gebiet im Norden und Osten der Jaffna-Halbinsel 5.000 Kunden gewinnen zu können.
Dass damit die Investitionen von gut zehn Millionen Euro nicht wieder erwirtschaftet werden können, liegt auf der Hand.
Doch die Manager bauen auf indirekte Rendite. Der Netzbetreiber rechnet mit "Spin-Off"-Effekten, da man [dann] die gesamte Insel mit GSM-Diensten versorgt.
