07.08.2002

"CELLDAR"

Bildquelle: ORF

Mobilfunk revolutioniert Radartechnologie

Einen ganz neuen Ansatz zum Aufspüren sich bewegender Objekte hat die britische Roke Manor Research [100prozentige Siemens-Tochter] erdacht.

Die Abstrahlung von ganz normalen Mobilfunksendern und deren [unterschiedliche] Reflexionen durch sich bewegende Objekte soll genutzt werden, um eben diese Objekte auf einem "Radarschirm" sichtbar zu machen.

Der Name des von Roke und BAE Systems derzeit entwickelten Systemes ist CELLDAR [CELLphone raDAR].

Die Funktionsweise

Im Rahmen des CELLDAR werden zwischen den Mobilfunkmasten konstante Funksignale ausgetauscht. Sich bewegende Objekte stören durch ihre mehr oder weniger gut reflektierenden Oberflächen die Ausbreitung der hochfrequenten Mobilfunkwellen.

Neben am Boden befindlichen Mobilfunksendern benötigt CELLDAR GPS-Satelliten, herkömmliche Radaranlagen und ein Computersystem, das die herkömmlichen Radarbilder mit den mit Hilfe der Mobilfunkwellen-Daten errechneten Bildern abgleicht.

Ein auf dem herkömmlichen Radarbild fehlender Gegenstand macht sich also ziemlich verdächtig, mit Radarstrahlen absorbierendem Material überzogen zu sein. Bekanntestes Beispiel für dergestalt verkleidete Objekte sind die Tarnkappenbomber der US Air Force.

Kriegs-Legenden

Im Kosovokrieg wurde ein USAF F-117 Tarnkappenflugzeug über Serbien abgeschossen.

Wenn man den von verschiedener Seite geäußerten Vermutungen Glauben schenken darf, wurde dieser für die US-Streitkräfte schmerzhafte Erfolg der jugoslawischen Armee durch eine von der tschechischen Radarfirma Tesla Pardubice entwickelte CELLDAR-Vorgängertechnologie ermöglicht.

Dabei wurde aber nicht auf Mobilfunksender, sondern auf TV- und Radiosendeanlagen zurückgegriffen.

Unbestätigten Berichten zu Folge können Tarnkappenflugzeuge durch Beobachtung der Fluktuationen in Ausstrahlungen herkömmlicher TV- und Radiosender enttarnt werden.