Regierung wackelt wegen UMTS-Lizenz
Finnlands Regierung ist zusammen mit dem Telekonzern Sonera wegen des komplett fehlgeschlagenen Kaufs einer deutschen UMTS-Lizenz in Bedrängnis geraten.
Medien in Helsinki stufen dies als "größter unternehmerischen Fehler aller Zeiten" ein.
Auf dem Höhepunkt der Hype hatte Sonera an den deutschen Finanzminister für das Recht, ein UMTS-Netz aufzubauen, vier Milliarden Euro überwiesen.
Fünfmal Österreich
Das ist das Fünffache von dem, von dem was alle österreichischen
Lizenzen für alle künftigen UMTS-Betreiber in Österreich zusammen
gekostet haben.
UMTS in ÖsterreichFinnische Steuerzahler finanzieren
Nach dem letzte Woche endgültig bestätigten, kompletten Ausstieg aus der Zusammenarbeit mit dem spanischen Partner Telefonica Moviles in der "Group 3G" werden die vier Mrd. nun schlicht als Verlust abgebucht.
Für das vor der Fusion mit dem schwedischen Telia-Konzern stehende Unternehmen ist der Verlust alles andere als ein Pappenstiel.
Hätte die finnische Regierung 2001 keine Steuergelder als Kapitalspritze locker gemacht, wäre das Unternehmen wohl damals als Folge der UMTS-Zahlung zusammengebrochen, meinte die größte finnische Zeitung "Helsingin Sanomat".
Die Hauptschuld an dem nun letztlich vom Steuerzahler zu bezahlenden Desaster spricht das Blatt dem Staat zu: "Die Regierung als Haupteigner hätte früher eingreifen müssen." Der Anteil des finnischen Staats an Sonera wurde gegen den Trend im Frühjahr 2002 von 53 Prozent noch weiter aufgestockt. Dreißig Prozent halten ausländische Investoren, 17 sind über Finnland verteilt.
Das nicht ganz aktuelle Factsheet auf der Website
