Pressplay und MusicNet unter Druck
Online-Musikhändler fordern von der Musikindustrie die selben Konditionen wie sie auch den Portalen Pressplay und MusicNet, die im Besitz der fünf großen Labels sind, gewährt werden. Die Bevorzugung der beiden Online-Musiksites verstößt in den Augen der Konkurrenten gegen das Wettbewerbsrecht.
Den Zugang zum Repertoire der großen Labels bietet zwar auch der Musikhändler Listen.com, die Mitbewerber sehen sich aber trotzdem benachteiligt. Die Digital Media Association hofft auf ein baldiges Angebot der Industrie auch für andere Musikhändler im Internet.
Erweitertes Angebot bei Pressplay
Pressplay hat letzte Woche sein Angebot für Abonnenten erweitert.
Für zehn USD kann unlimitiert Musik gestreamt und runtergeladen
werden, für weitere acht USD können die Songs auf eine begrenzte
Auswahl von portablen Abspielgeräten, die unter MS-Software laufen,
transferiert werden. Zusätzliche Abspielgeräte kosten noch mal
extra.
Musikindustrie lockert Download-PolitikGesetzesentwurf für mehr Wettbewerb
Der Vertrag von Sony und Universal Music mit ihrer Tochter Pressplay sei eine Wettbewerbsverzerrung, wenn nicht andere gleiche Bedingungen erhalten. "Wir würden gerne einen ähnlichen Deal wie mit Pressplay mit jedermann abschließen, der zu uns mit einem ähnlichen Geschäftsangebot kommt", so der Präsident der Elabs von Universal Music.
Zusätzlich haben nun die zwei US-Kongressabgeordneten Rick Boucher und Chris Cannon einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Labels zwingen soll, die Lizenzbedingungen für Pressplay und MusicNet auch allen Mitbewerbern anzubieten.
Die fünf so genannten "Major Labels" Universal Music Group, Sony, Warner Music, EMI und BMG halten die Rechte an etwa 85 Prozent der in den USA verkauften Musik, die Pressplay-Eigentümer Sony und Universal Music gemeinsam etwa 40 Prozent.
Verdacht der Kartellbildung
Der Druck auf die großen Musiklabels wächst auch in Washington.
Das US-Justizministerium ermittelt schon seit vergangenem Jahr gegen
die Musikindustrie wegen Kartellbildung bezüglich der Lizenzvergabe
für Musik. Auch die Europäische Union sieht Anzeichen für derartige
Absprachen.
Musikindustrie unter Kartellverdacht
