IDE-Drives nicht für Dauerbetrieb
Seit Jahren ist der Preisunterschied zwischen SCSI-Drives und IDE-Drives unverändert. Aufgrund des geringeren Anschaffungspreises werden IDE-Drives immer häufiger in Servern eingesetzt. Sie sind aber im Gegensatz zu SCSI-Drives nicht für diese Dauerbelastung konzipiert.
Werden IDE-Drives rund um die Uhr betrieben, so erhöht sich ihre Ausfallswahrscheinlichkeit und die Möglichkeit eines Datenverlusts. Auch bei SCSI-Drives erhöht sich mit dem Auslastunggrad die Ausfallswahrscheinlichkeit, sie sind aber bereits für eine höhere Grundauslastung konzipiert.
Viele Hersteller gehen bei der Berechnung der MTBF [Mean Time between Failure] von einem 8-Stunden-Arbeitstag für IDE-Drives aus, für SCSI-Drives werden POH-Werte ["Power-on hours"] von 24 Stunden täglich angenommen. Design und Komponenten der Laufwerke sind für dieses "Laufzeitverhalten" auch ausgelegt.
MTBF nicht direkt vergleichbar
Die MTBF-Werte [oder: AFR - Ausfallswahrscheinlichkeit in
Prozent] sind bei SCSI-Drives meist doppelt so hoch wie bei
IDE-Drives. Hohe MTBF-Werte sagen aber nichts über die tatsächliche
Lebenserwartung von Festplatten aus sondern mehr über die
Ausfallswahrscheinlichkeit. Aufgrund der unterschiedlichen POH-Werte
können MTBF-Werte von IDE-Drives und SCSI-Drives nicht direkt
verglichen werden.
Gefahr: IDE-Festplatten im DauereinsatzSCSI teurer aber zuverlässiger
Ist eine IDE-Festplatte mit 2400 Stunden pro Jahr Laufzeit angegeben [je 10 Stunden an 5 Tagen pro Woche] sinkt der MTBF im Dauerbetrieb [7680 Stunden] um den Faktor 1,8. Nutzt man die Platte dagegen nur 492 Stunden pro Jahr [zirka 10 Stunden pro Woche], so erhöht sich die Zuverlässigkeit um den Faktor 2.
Die Hersteller wollen sich potentiellen Absatzmärkten nicht verschließen und verschweigen gerne die begrenzte Einsetzbarkeit der IDE-Drives. Auch die erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit im Dauerbetrieb wird nur selten explizit angegeben.
SCSI-Drives sind in der Anschaffung bei gleicher Kapazität gut vier Mal teuerer als IDE-Drives. Berücksichtigt man aber die geringe Ausfallsrate und Kosten bei Defekt, ist ein SCSI-Drive bei Dauer-Betrieb die bessere Lösung.
