05.08.2002

FEST & PLATTE

Bildquelle: PhotoDisc

IDE-Drives nicht für Dauerbetrieb

Seit Jahren ist der Preisunterschied zwischen SCSI-Drives und IDE-Drives unverändert. Aufgrund des geringeren Anschaffungspreises werden IDE-Drives immer häufiger in Servern eingesetzt. Sie sind aber im Gegensatz zu SCSI-Drives nicht für diese Dauerbelastung konzipiert.

Werden IDE-Drives rund um die Uhr betrieben, so erhöht sich ihre Ausfallswahrscheinlichkeit und die Möglichkeit eines Datenverlusts. Auch bei SCSI-Drives erhöht sich mit dem Auslastunggrad die Ausfallswahrscheinlichkeit, sie sind aber bereits für eine höhere Grundauslastung konzipiert.

Viele Hersteller gehen bei der Berechnung der MTBF [Mean Time between Failure] von einem 8-Stunden-Arbeitstag für IDE-Drives aus, für SCSI-Drives werden POH-Werte ["Power-on hours"] von 24 Stunden täglich angenommen. Design und Komponenten der Laufwerke sind für dieses "Laufzeitverhalten" auch ausgelegt.

SCSI teurer aber zuverlässiger

Ist eine IDE-Festplatte mit 2400 Stunden pro Jahr Laufzeit angegeben [je 10 Stunden an 5 Tagen pro Woche] sinkt der MTBF im Dauerbetrieb [7680 Stunden] um den Faktor 1,8. Nutzt man die Platte dagegen nur 492 Stunden pro Jahr [zirka 10 Stunden pro Woche], so erhöht sich die Zuverlässigkeit um den Faktor 2.

Die Hersteller wollen sich potentiellen Absatzmärkten nicht verschließen und verschweigen gerne die begrenzte Einsetzbarkeit der IDE-Drives. Auch die erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit im Dauerbetrieb wird nur selten explizit angegeben.

SCSI-Drives sind in der Anschaffung bei gleicher Kapazität gut vier Mal teuerer als IDE-Drives. Berücksichtigt man aber die geringe Ausfallsrate und Kosten bei Defekt, ist ein SCSI-Drive bei Dauer-Betrieb die bessere Lösung.