Telekom weist Untreueverdacht von sich
Nach einer Strafanzeige wegen des Verdachts auf Untreue hat die Deutsche Telekom die Kritik an den millionenschweren Aktienoptionsprogrammen für ihre Manager zurückgewiesen.
Die Aktienoptionspläne bewegten sich "vollkommen" im Rahmen vergleichbarer Programme bei anderen Unternehmen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.
Zu Einzelheiten wolle die Telekom zunächst nicht Stellung nehmen, da ihr die Anzeige noch nicht vorliege. Weiters nannte er es allerdings "verwunderlich", dass die Anwälte ihre Kritik an dem Aktienoptionsplan erst gut ein Jahr nach der Telekom-Hauptversammlung, auf der über das Paket entschieden worden war, erheben würden.
Auch der Staatsanwaltschaft Bonn liegt die Strafanzeige noch nicht vor. Dies teilte ein Sprecher der Behörde am Montag mit.
Anzeige gegen Sommer und Sihler
Zwei Stuttgarter Rechtsanwälte werfen der Telekom-Spitze vor,
ihre Aktionäre durch den Aktienoptionsplan für das
Telekom-Management vom vergangenen Jahr "um mindestens 375 Mio.
Euro" geschädigt zu haben. Ihre Anzeige richtet sich insbesondere
gegen den heutigen Vorstandschef Helmut Sihler, seinen Vorgänger Ron
Sommer, Aufsichtsratchef Hans-Dietrich Winkhaus und Staatssekretär
Heribert Zitzelsberger.
Strafanzeigen gegen Telekom-ManagerDT sieht Anklage "ganz gelassen" entgegen
Der Sprecher der Telekom wies darauf hin, dass über das Paket bei der Hauptversammlung vor einem Jahr ausführlich informiert worden sei. Zudem sei damals festgelegt worden, dass maximal 120 Mio. Aktienoptionen über fünf Jahre gegeben werden können.
Insgesamt seien 2001 und 2002 davon aber nur 12 Mio. wahrgenommen worden. Dem weiteren juristischen Verfahren sieht die Telekom nach Angaben des Sprechers "ganz gelassen" entgegen.
Die Stuttgarter Anwälte hatten auch die Ermittlungen gegen die Mannesmann-Manager wegen womöglich zu hoher Abfindungen ins Rollen gebracht.
