05.08.2002

NORDKOREA

Bildquelle: ORF.at

USA gegen Mobilfunk in Nordkorea

Aus einem Bericht der Financial Times [FT] geht hervor, dass die US-Regierung die Errichtung eines Mobilfunknetzes in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang verhindern möchte.

US-Druck auf Seoul

Ein südkoreanisches Konsortium [darunter Korea Telecom, SK Telecom, Samsung Electronics und LG Electronics] plant, in der nordkoreanischen Hauptstadt ein Mobilfunknetz nach dem unter anderem in Amerika verbreiteten CDMA2000-Standard zu errichten.

Die US-Regierung übt nun Druck auf die Regierung Südkoreas aus, damit diese das Konsortium stoppt.

GSM statt CDMA2000

Wichtige Patente des CDMA2000-Standards werden von dem US-Unternehmen Qualcomm enthalten. Damit tatsächlich ein Netz in kommunistischen Korea errichtet werden kann, bedarf es einer speziellen Ausfuhrgenehmigung der US-Regierung.

Die Bush-Administration sitzt also scheinbar am längeren Ast. Aber nur scheinbar.

In der Sonderwirtschaftszone "Rason city", die Anfang diesen Monats eröffnet wurde, wird von Loxley Pacific [Joint Venture von Loxley, der finnischen Teltech und der taiwanesischen Charungthai] gerade ein GSM-Netzwerk errichtet.

Loxley plant eine Erweiterung des Netzwerkes auf ganz Nordkorea. Eine Blockade des CDMA2000-Netzes durch die USA könnte letztlich also eine beschleunigte Erschließung von Pjöngjang durch eine GSM-Netz bewirken.