USA gegen Mobilfunk in Nordkorea
Aus einem Bericht der Financial Times [FT] geht hervor, dass die US-Regierung die Errichtung eines Mobilfunknetzes in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang verhindern möchte.
Die US-Firma Qualcomm, welche Patente auf die CDMA2000-Mobilfunktechnologie hält, bräuchte eine spezielle Genehmigung der Regierung, um die Technologie nach Nordkorea exportieren zu dürfen.
Nordkorea aus CIA-SichtUS-Druck auf Seoul
Ein südkoreanisches Konsortium [darunter Korea Telecom, SK Telecom, Samsung Electronics und LG Electronics] plant, in der nordkoreanischen Hauptstadt ein Mobilfunknetz nach dem unter anderem in Amerika verbreiteten CDMA2000-Standard zu errichten.
Die US-Regierung übt nun Druck auf die Regierung Südkoreas aus, damit diese das Konsortium stoppt.
Die FT zitiert einen US-Diplomaten: "Wir versuchten Seoul zu sagen, dass die Pläne keine gute Idee sind. Wir wollen Nordkorea nicht in der Steinzeit festhalten, aber wollen wir wirklich, dass ihre Soldaten mit High-Tech-Mobiltelefonen ausgerüstet werden?"
Qualcomm über CDMAGSM statt CDMA2000
Wichtige Patente des CDMA2000-Standards werden von dem US-Unternehmen Qualcomm enthalten. Damit tatsächlich ein Netz in kommunistischen Korea errichtet werden kann, bedarf es einer speziellen Ausfuhrgenehmigung der US-Regierung.
Die Bush-Administration sitzt also scheinbar am längeren Ast. Aber nur scheinbar.
In der Sonderwirtschaftszone "Rason city", die Anfang diesen Monats eröffnet wurde, wird von Loxley Pacific [Joint Venture von Loxley, der finnischen Teltech und der taiwanesischen Charungthai] gerade ein GSM-Netzwerk errichtet.
Loxley plant eine Erweiterung des Netzwerkes auf ganz Nordkorea. Eine Blockade des CDMA2000-Netzes durch die USA könnte letztlich also eine beschleunigte Erschließung von Pjöngjang durch eine GSM-Netz bewirken.
