04.08.2002

"K.I."

Bildquelle: cmu

Wie dumm ein Roboter sein darf

Das renomierte Roboter-Labor der Carnegie Mellon Unversität will mit einem Projekt die Grenzen der Robotik "nach unten" ausloten.

Die Forscher wollen herausfinden, wie viel "Intelligenz" bzw. Rechenkapazität ein Roboter braucht, um überzeugend "menschlich" zu wirken. Dabei setzen die Entwickler konsequent auf die Mimik des - absichtlich - relativ tumben "Doc Beardsley".

Letztendlich kommt der Roboter mit einem Bewegungssensor, einem Richtmikrofon und einer Spracherkennungsoftware aus, die dem "Doc" die Stichwörter für seine Antworten gibt.

Der Roboter kann damit eigentlich nichts anderes, als sein Gegenüber zu orten, ihm sein zerknautschtes Gesicht zudrehen und gespeicherte Phrasen dreschen, die seine Datenbank als passend zu einem erkannten Stichwort befunden hat.

Ein dummer Alleinunterhalter

Zur Legende des "Docs" gehört, dass er als Sohn eines Ziegenhirten in Österreich geboren wurde. Inzwischen soll er einen alten Wissenschaftler darstellen, der zwar etwas wirr, aber insgesamt doch liebenswürdig ist.

Mit dieser Legende ausgerüstet hat der Roboter schon einige "Shows" der Universität moderiert, wobei er immer, wenn er kein Stichwort findet, seine wirren und senilen Seiten betont und so seine Dummheit überspielt.

Mit diesem Repertoire kam der Roboter aber bisher glänzend an und somit ist klar, dass ein großer Teil dessen, was wir einer Maschine an "Intelligenz" zutrauen, eigenen Projektionen zugrunde liegt.

Was Blech menschlich macht

Das Experiment der Forscher der Carnegie Mellon Unversität wirft letztendlich die Frage auf, was einen Roboter "menschlich" macht.

Während der "Doc" vor allem auf soziale Projektion setzt und so erstaunliche Resultate erzielt, gehen die japanischen Konzern Honda und Sony mit ihren letzten "humanoiden" Blechfreunden einen anderen Weg:

Onkel Furby

"Doc Beardsley" knüpft vom Konzept her auch an Spielzeuge wie den "Furby" an, die mit möglichst wenig Aufwand eine möglichst effekvolle Interaktion betreiben.

Die nächste Generation dieser Entwicklungslinie wird von der Puppe "Cindy Smart" repräsentiert, die im Herbst auf den US-Markt kommen soll.

Die Puppe wurde von Manley Toy Quest entwickelt und kann nicht nur sprechen und zuhören, sie kann auch sehen.