04.08.2002

MATRIX FORUM

Bildquelle: PhotoDisc

Urheberrecht, Palladium und Microsoft

65 Prozent der Jugendlichen sind es inzwischen gewohnt, Songs als MP3-Files oder in sonstigen digitalen Formaten aus dem Netz zu laden.

Zugleich gehen die CD-Verkäufe in den meisten nationalen Märkten zurück und ähnliche Trends zeichnen sich im Filmbereich ab.

Technische Kontrollsysteme

Geht es nach dem Willen der Medienindustrie soll in jedes Gerät vom PC bis zum portablen Musik-Player eine digitale Rechteverwaltung implementiert werden. Führt die Abrechnung einzelner Musik- und Filmtitel in den Überwachungsstaat?

"So wie sich Microsoft das Digital Rights Managementsystem 'Palladium' vorstellt, ist es die weltweite Infrastruktur zur Überwachung der Konsumenten", meint Viktor Mayer-Schönberger, Professor für "Public Policy" an der Havard University.

Der Preis der Sicherheit

Zunächst klingt Palladium wie die Antwort auf die Forderungen zahlloser Kritiker und Anwender: Windows soll endlich sicherer werden. Doch sicher für wen? Unter Palladium werden sich geschützte Songs ohne ausdrückliche Erlaubnis des Rechteinhabers überhaupt nicht mehr kopieren lassen, da das Betriebssystem schon den Versuch blockiert.

"Man kann sich auch ein DRM-System vorstellen, das anonym ist, das mit sogenannten Tokens arbeitet", meint Viktor Mayer-Schönberger, der vor kurzem in Zürich eine Konferenz mit dem Titel "Information Ownership & Control" geleitet hat. Interessant sei aber, dass keiner der großen Anbieter an einem Token-basierten System arbeitet.