Pentagon überwacht Kriegsvideos im Netz

youtube & co
31.07.2006

Von Soldaten online gestellte Videoclips aus Kriegsgebieten wie Irak und Afghanistan werden vom US-Pentagon über zivile Unternehmen aufgespürt und kontrolliert.

Das US-Pentagon hat stets ein Auge auf die Online-Aktivitäten seiner Soldaten. Wie die "BBC" berichtet, wird dabei derzeit spezielles Augenmerk auf Videos von Kämpfen im Irak und in Afghanistan gelegt.

Zwar gebe es kein ausgesprochenes Verbot für das Posten von Kriegsvideos, den Soldaten soll aber nahe gelegt worden sein, sich genau zu überlegen, welche Bilder sie zeigen.

Online-Detektive engagiert?

Auf Online-Plattformen wie YouTube.Com und Ogrish.com finden sich unzählige Videoclips, die von Soldaten hochgeladen wurden. Manche zeigen die Folgen von Selbstmordattentaten oder auch Feuergefechte zwischen den Militärs und Rebellen.

Medienberichten zufolge würden demnach sogar zivile Unternehmen angeheurt, die solche Videos im Netz aufspüren sollen.

Die US-Central Comand habe weiters ein eigenes Team eingerichtet, das Weblogs durchforstet um nach eigenen Angaben auf "Ungenauigkeiten" in der privaten Kriegsberichterstattung reagieren zu können.

Video-Plattformen, bei denen die Nutzer ihre Handyvideos oder andere Videos selber hinaufladen können, sind derzeit hoch im Kurs.

Angst vor dem Feind

Laut Militärbeamten sei man lediglich besorgt, dass solche Videos vom Feind verwendet würden, um Soldaten als barbarisch und kriegsrünstig darzustellen. Manche der Bilder würden aber auch eine Gefährdung der Sicherheit darstellen.

Hayden Hewitt, einer der Betreiber von Ogrish.com, glaubt, dass die Soldaten mit den Netzvideos einfach mitteilen möchten, was sie durchgemacht haben.

"Es gibt in der westlichen Welt ein deutliches Missverständnis, wie Krieg überhaupt funktioniert. Die Leute haben vergessen, wie grotesk das eigentlich ist".

(futurezone | BBC)