01.08.2002

SUBTIL

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Guerilla-Marketing für ein Handy

SonyEricsson will den Launch seines Multimedia-Handys T68i in den USA mit einem Guerilla-Werbefeldzug unterstreichen.

Das Telefon ist in Europa und Asien bereits erhältlich und kann mit einer Ansteck-Digicam auch Fotos schießen und versenden.

Der Guerilla-Werbefeldzug soll zwei Monate dauern und 5 Millionen USD kosten. In einer Initiative, genannt "Fake Tourist", werden 60 Schauspieler und -innen eingesetzt, um auf subtile Weise für das Produkt zu werben. In Zweier- und Dreier-Teams werden unbeteiligte Passanten angesprochen und gebeten, mit dem T68i samt angesteckter Kamera Fotos zu machen.

Models spielen "Schifferl versenken"

Falls die Schauspieler aber direkt darauf angesprochen werden, so SonyEricsson, würden sie selbstverständlich angeben, auf der Gehaltsliste des Unternehmens zu stehen.

Eine weitere Guerillataktik umfasst Zweier-Modelteams, die Bars und Lokale aufsuchen und beispielsweise drahtlos via Bluetooth gegeneinander "Schifferl versenken" spielen. Umstehende Leute sollen möglichst unauffällig ins Gespräch mit einbezogen werden.

"Zufällige Begegnungen"

Konsumentenschützer sind skeptisch. "Es ist eine Täuschung", meint Gary Ruskin von Commercial Alert. "Die Leute werden glauben, es handle sich um zufällige und ehrliche Begegnungen".

Dummy-Telefone am Bahnhofsklo

Eine dritte Guerilla-Initiative lehnt sich mehr an herkömmliches Marketing an. Dummy-Telefone werden wie unabsichtlich auf belebten Plätzen oder Einrichtungen liegen gelassen. Auf den Handies steht eine Webadresse, bei der sich potentielle Käufer informieren und ein Handy gewinnen können.

Ähnliche Guerilla-Marketingtaktiken haben bereits Firmen wie Schweppes, Jim Beam und BMW [Mini] angewandt. In Zeiten sinkender Marketingbudgets werden ähnliche Marketingaktivitäten immer beliebter. Der Werbedienstleister Young & Rubicam hat kürzlich eine eigene Abteilung "Brand Buzz" ins Leben gerufen.