01.08.2002

IT-ZIRRHOSE

Bildquelle: ORF.at

Cybertron wird radikal geschrumpft

Vom insolventen Wiener Telekombetreiber Cybertron wird nicht viel übrig bleiben. Um die Firma fortzuführen, soll unter anderem der derzeitige Stand von 107 Mitarbeitern auf rund 20 reduziert werden. Das sagte der Rechtsvertreter von CyberTron, der Wiener Anwalt Karl Engelhardt, heute, Donnerstag zur APA.

Nach Libro ist Cybertron - nach eigenen Angaben mit knapp 61 Millionen Euro verschuldet - heuer die bisher zweitgrößte Insolvenz. Von ihr sind laut Kreditschutzverband von 1870 [KSV] 460 Gläubiger betroffen.

Die Ausgleichsquote

Um die angebotene 40-prozentige Ausgleichsquote erfüllen zu können, sind in den nächsten zwei Jahren laut Engelhardt zwischen 7 und 8 Mill. Euro pro Jahr notwendig. Grundstein für die Ausgleichserfüllung sei darüber hinaus die Kooperation mit dem alternativen Telefonbetreiber UTA.

Die Telekom Austria hatte Cybertron im Juni wegen unbeglichener Rechnungen die Leitungen gekappt und damit den Gang in die Insolvenz unmittelbar ausgelöst.

Die ursprünglich für 13. August angesetzte Ausgleichstagsatzung - bei der nach früheren Plänen auch schon ein Fortführungskonzept vorgelegt werden sollte - ist unterdessen vom Handelsgericht Wien auf Antrag des Ausgleichsverwalters auf 10. September verlegt worden.

Entscheidung am 10.September

Trotz der Terminverschiebung sei die Liquidität aus heutiger Sicht gesichert, betonte Engelhardt. Er verwies dazu auch auf einen Betriebsmittelkredit der Creditanstalt in Höhe von rund 800.000 Euro.

Nach Aussagen von Vavrik wird von den Gläubigern voraussichtlich am 10. September über den Ausgleich abgestimmt werden. Wenn es nicht zu einem positiven Abstimmungsergebnis zum Ausgleich kommt, schlittert Cybertron in den Anschlusskonkurs.