Start für umstrittenes MS-Lizenzmodell
Nachdem der Start nach Kundenprotesten mehrmals verschoben wurde, startet morgen das umstrittene Lizenzmodell von Microsoft.
Bei dem neuen Lizenzmodell 6.0 kann der Kunde für eine feste Abo-Gebühr alle neuen Versionen eines Microsoft-Programms in einem bestimmten Zeitraum nutzen, statt sich hin und wieder neue Softwarepakete zu kaufen.
Unternehmen suchen nach Alternativen
Schon im Vorfeld zeigten sich die Unternehmenskunden verärgert
über den Software-Giganten. Jedes dritte Unternehmen liebäugelte mit
Alternativangeboten von Novell, Sun oder aus der Open-Source-Szene.
Zu diesem Ergebnis kam eine weltweite Umfrage des US-Softwarehauses
Sunbelt bei 1.500 Firmen.
Lizenzmodell kostet Microsoft KundenKeine günstigen Software-Upgrades mehr möglich
Ab August können Besitzer von Microsoft- Programmen also keine der bislang üblichen Software-Upgrades - eigentlich verbilligte Neu-Versionen - mehr erwerben. Für jede neue Version muß der Gesamtpreis bezahlt werden.
Mit der Software Assurance bekommen Unternehmen während der Vertragslaufzeit alle verfügbaren Upgrades ihrer lizenzierten Programme. Dafür ist aber eine monatliche Gebühr fällig. MS kann durch dieses Modell auf fixe monatliche Einnahmen zählen.
42 Prozent kündigten an, nicht umzusteigen
Laut einer Umfrage der Zeitschrift "CIO" unter 236 CIOs [Chief
Information Officer] dürfte es MS schmerzlich treffen, dass sich
zahlreiche Großkunden den neuen Vertragsbedingungen verweigern
wollen. Unter den Unternehmen mit einem IT-Budget zwischen einer
Million und zehn Millionen Euro kündigten demnach 42 Prozent an, bei
MS-Anwendungen niemals auf das neue Lizenzmodell umzusteigen.
Ebenfalls 42 Prozent wollen bei Betriebssystemen nicht mitziehen und
36 Prozent zeigen sich bei Server-Software ablehnend.
Unternehmen lehnen MS-Lizenzmodell abSpäter Umstieg kommt teuer
Wer sich bis jetzt nicht für das neue Modell entscheiden konnte, der erhält beim Umstieg auf neue Versionen keine Vergünstigungen mehr. Ab August bietet MS die Software Assurance lediglich den Benutzern an, die eine Current-Version besitzen, im Falle des Büropakets heißt das Office XP.
Analysten von Gartner rechnen mit einem Aufschlag von 45 Prozent für diejenigen Benutzer, die bislang nicht reagiert haben und eine neue Version benötigen, da sie den vollen Preis des Produkts bezahlen müssen.
