31.07.2002

VORWURF

"Intel und MS sind schuld"

Nun hat die PC-Krise auch Börsenliebling NVIDIA erwischt. Das Unternehmen reduzierte zumindetstens seine Umsatzerwartung. Ob im zweiten Quartal noch ein Gewinn erzielt werden kann, ist unsicher.

Schwarzer Peter

In einer knappen Presseerklärung gab NVIDIA die allgemeine Schwäche des PC-Marktes als Grund an. CEO Jen-Hsun Huang wurde in einer Telefonkonferenz jedoch deutlicher.

Seiner Meinung nach sind volle Chiplager der Hauptgrund für den Umsatzeinbruch. So habe Microsoft vor dem Launch der Xbox das Sicherheitskonzept der Konsole geändert. Dies habe bereits produzierte Chips überflüssig gemacht.

Zu viel versprochen hatte sich NVIDIA offenbar auch von seinen nForce-Chipsätzen. Durch Intels massive Preissenkungen hätten laut Huang viele PC-Hersteller ihre geplanten Athlon-Designs nicht auf den Markt gebracht:

"Wir hatten in diesem Quartal einige große Neuvorstellungen von Athlon-PCs erwartet, die aber nicht stattgefunden haben" sagte der Firmengründer.

NVIDIA besitzt keine Lizenz für Intels Pentium-4-Bus und stellt bisher ausschließlich Chipsätze für AMD-CPUs her. Wenn Intel also den Markt durch Preissenkungen und große Stückzahlen anschiebt, kann NVIDIA davon nicht profitieren. Daran dürfte sich auch in der näheren Zukunft nichts ändern. Und Rivale ATI wildert inzwischen auch in NVIDIAs Stammrevier. Die Kanadier wollen im September mit der Radeon 9700 erstmals eine aktuell schnellste AGP-Grafikkarte ausliefern, die nicht von NVIDIA stammt.