31.07.2002

DREIST

Bildquelle: fuZo

Musikpiraten nutzen AOL-Free-Services

Websites, die widerrechtlich den freien Download von Musik anbieten, deponieren ihr illegales Repertoire oft aus Kostengründen bei öffentlich angebotenen Gratis-Diensten von Internet Service Providern [ISP].

Die beiden Seiten 21stCenturyMP3 und SimpleMP3 haben beispielsweise den Speicherplatz der AOL-Free-Services als Lager für ihr Download-Angebot geentert.

Songs als Bilder getarnt

Überprüfungen von AOL-Aufzeichnungen haben ergeben, dass Songs beispielsweise als Bilder getarnt auf öffentlichen AOL-Fotoseiten auf den Download warten.

Um die MP3-Dateien herunter zu laden, benötigt man eine eigene Software, die die versteckten Files findet und dekomprimiert bzw. ins eigentliche Format transformiert.

Unternehmens-Netzwerke als Gratis-Speicher

Auch von Seiten der RIAA und des Schwesterunternehmens Warner Music Group wird betont, dass AOL nicht mehr oder weniger von Piraten geentert wird als andere Provider.

Entscheidend für einen ISP sei die Kontrolle über sein Angebot, so Matt Oppenheim von der RIAA. "Sie sollten ein Gefühl dafür haben, was sie eigentlich anbieten".

Für den Technologieberater Bruce Forest ist das Problem keine Neuigkeit. "Online-Piraten nutzen Computernetzwerke von Unternehmen schon seit Jahren als Gratis-Speicher", so Forest. Damit sparen die Piraten Kosten und erhöhen die Gewinne aus den Werbeeinnahmen.