Vodafone gesteht Bilanztricks
Vodafone hat eingeräumt, dass durch ihre Bilanzierung der Jahresumsatz im Verhältnis zu einigen Wettbewerbern aufgebläht wurde.
Laut "Financial Times" hat Vodafone erklärt, Einnahmen aus mobilen Internetdiensten in einigen Fällen komplett als Eigenumsatz gebucht zu haben, auch wenn ein Teil davon an Content-Lieferanten weitergegeben werden musste.
Mehr Ärger
Mehrere Großaktionäre wollen zudem bei der heutigen
Hauptversammlung Veto gegen ein millionenschweres Bonuspaket des
Vodafone-Chefs Chris Gent einlegen.
Telekom-Chefs an den PrangerRechtfertigung
Vodafone hat seine Bilanzpraxis aber verteidigt. Das Unternehmen hat demnach nur in den Fällen Gesamtumsätze verbucht, in denen es selbst gegenüber den Nutzern der Dienste als Eintreiber der Zahlungen aufgetreten sei und somit das Risiko von Zahlungsausfällen hatte.
Analysten bewerten den Vorgang unterschiedlich. Einige hoben hervor, dass durch die Praxis der durchschnittliche Umsatz je Nutzer [ARPU] zu hoch ausgewiesen worden sei. Dagegen urteilten andere Experten, dass es sich bei den fraglichen Beträgen lediglich um einen winzigen Teil des Gesamtumsatzes handle.
Unterdessen haben sich auch weitere Mobilfunkbetreiber zu den fraglichen Bilanzpraktiken geäußert, berichtet die "Financial Times". So habe mm02 plc verlautet, sie verbuche entsprechende Zahlungen nicht als Umsatz, wenn sie an Dritte weitergegeben würden. Gleichlautend habe sich Orange SA, Paris, geäußert. Dagegen wollte der britische Zweig von T-Mobile keinen Kommentar abgeben.
