Das Ende der Disketten naht
Floppy-Laufwerke waren einst ein unverzichtbarer Bestandteil von PCs. Doch 21 Jahre nach der Einführung der 3,5 Zoll -Diskette steht dieses wiederbeschreibbare Speichermedium nun vor dem Ende.
Nach einer Studie der Marktforscher Disk/Trend speichern weniger als 10 Prozent der User ihre Daten noch auf den 1,44 MB-Disketten ab. Und es werden immer weniger: Laut Speichermedien-Hersteller Maxell schrumpft die Floppy-Industrie jährlich um fünf Prozent.
Die Möglichkeit, den Inhalt einer Diskette in Sekundenschnelle über das Internet zu versenden, macht das Diskettenlaufwerk im Rechner zunehmend überflüssig.
Schlicht und einfach zu klein
"Die Disketten sind einfach zu klein für MP3-Files und auch
PowerPoint-Präsentationen gehen sich meist nur knapp darauf aus,"
sagt Jim Porter, Chef von Disk/Trend.
Disk/TrendApple schon lange ohne Disketten-Laufwerke
Bereits vor vier Jahren wagte Apple den Schritt und verzichtete auf Disketten-Laufwerke in seinen iMacs. Doch die PC-Hersteller entsagen dem alternden Format bis heute nicht.
Einige Hersteller starteten zwar den Versuch und produzierten Computer ohne Floppy-Laufwerk und andere auslaufende Technologien wie Parallel-Ports und ISA-Slots. Doch IBMs NetVista S-40 floppte genauso wie Dells WebPC, der nur sechs Monate am Markt erhältlich war.
Grund für die Mißerfolge ist schlicht und einfach, dass sich die Konsumenten im Lauf der Jahre an die Disketten gewöhnt haben. Die wenigsten nutzen zwar noch die Technologie, aber beim Kauf ist das Laufwerk meist obligatorisch und der Konsument zieht einen PC mit Floppy-Laufwerk immer noch einem ohne vor.
Und da die Kosten für die Hardware sehr gering sind, sehen sich die PC-Hersteller nicht dazu veranlasst auf das alternde System zu verzichten.
Intel für Abschaffung
Intel setzt sich für die Abschaffung von
3,5-Zoll-Diskettenlaufwerken und seriellen Schnittstellen ein. Im
Oktober 2001 hatte Intel eine entsprechende Empfehlung an
Computerhersteller weltweit herausgegeben.
Intel nimmt Abschied von DiskettenPCs ohne Diskettenlaufwerk von Gateway
Der Computerhersteller Gateway bietet seit dieser Woche in den USA seine Desktop-PC-Modelle um 10 USD günstiger ohne Floppy-Laufwerk an.
"Die Leute glauben, sie brauchen das Laufwerk, obwohl sie es dann eigentlich garnicht benutzen," begründet Gateway-Sprecherin Lisa Emard diesen Schritt.
Konkurrent Dell hingegen ist nach wie vor davon überzeugt, dass noch viele User zu 3,5 Zoll -Disketten greifen, um zum Beispiel Boot-Disks für Windows zu erstellen.
Doch auch Windows greift in der XP-Version seines Betriebssystems zu neuen Maßnahmen. Bei Windows XP ist die Installations-CD gleichzeitig auch die Boot-Diskette, denn das System würde inzwischen die Kapazität von sechs Disketten für eine Boot-Disk benötigen.
Die alte 720KB-Diskette lässt sich unter Windows XP garnicht mehr formatieren.
Eine Milliarde Disketten im Jahr 2002
Für das Jahr 2002 wird trotzdem noch ein Absatz von ungefähr
einer Milliarde 3,5 Zoll-Disketten erwartet. Zu Spitzenzeiten in den
90er-Jahren wurden noch fünf Milliarden Disketten pro Jahr verkauft.
Laufwerke im ÜberblickCD-Brenner ersetzen Floppy-Laufwerke
CD-Brenner haben die Floppy-Laufwerke zwar schon heute weitgehend ersetzt, doch bis sich alle PC-Hersteller dazu durchringen können, auf das alternde Medium zu verzichten, wird wohl noch einige Zeit vergehen.
Gerade Notebook-Besitzer greifen bei kleinen Datenmengen doch noch auf Disketten zurück und auch Sony setzte ein Zeichen, indem es bei seiner Digitalkamera "SD75 Mavica" auf Disketten als mobiles Speichermedium vertraut.
