Siemens plant Restrukturierung
Der Siemens-Konzern schließt weitere Restrukturierungsmaßnahmen in seinen Kommunikationssparten nicht aus.
An den mittelfristigen Renditezielen halten die Bereiche Netzwerke [ICN], IT-Dienstleistungen [SBS] und Mobilfunk [ICM] aber fest.
Abbau von 20.000 Stellen angekündigt
Siemens hat im Telekommunikationsgeschäft wie alle Anbieter mit
einem Nachfrageeinbruch der Telekommunikationsindustrie zu kämpfen.
Bisher hat der Konzern den Abbau von mehr als 20.000 Stellen allein
in diesen drei Sparten angekündigt.
SiemensNetzwerksparte ICN
Die defizitäre Netzwerksparte komme mit der Umsetzung des bisherigen Restrukturierungsprogramms gut voran, sagte ICN-Chef Thomas Ganswindt. "Wenn wir diesen Weg konsequent weitergehen, werden wir die Gewinnschwelle erreichen."
Von dem geplanten Abbau von 16.600 Stellen seien bereits 10.900 umgesetzt, von der anvisierten Kostenreduzierung von zwei Milliarden Euro seit März 2001 schon 1,3 Milliarden Euro realisiert.
Trotz der Unklarheiten über die künftige Marktentwicklung halte ICN an dem Ziel fest, bis Ende des Geschäftsjahres 2004 eine operative Marge zwischen acht bis elf Prozent zu erzielen.
Verlust von 366 Millionen Euro
ICN hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/2002
[zum 30. September] einen operativen Verlust von 366 Millionen Euro
angehäuft, wobei Siemens im Geschäft mit Unternehmensnetzwerken
[Enterprise Business] schwarze Zahlen schrieb, mit Infrastruktur für
Telekom-Betreiber [Carrier Business] aber einen Verlust von 461
Millionen Euro einfuhr.
Siemens ICNIT-Dienstleistungssparte SBS
Auch in der IT-Dienstleistungssparte hat Siemens mit einer schwachen Nachfrage zu kämpfen. Deshalb wolle die Sparte SBS ihre Kapazität um 2.500 so genannte Mannjahre verringern, bestätigte SBS-Vorstand Regendantz.
Das sei nicht gleichzusetzen mit Entlassungen. Durch die natürliche Fluktuation, kürzere Arbeitszeiten und Teilzeitregelungen wolle man das so weit es geht verhindern. Dennoch müsse man sich auch auf einen weiteren Stellenabbau vorbereiten.
34.000 Stellen weltweit
SBS, weltweit fünftgrößter IT-Dienstleister, hat bereits den
Abbau von 2.000 der weltweit 34.000 Stellen angekündigt.
Siemens SBSSteigender Handy-Absatz
Im Handygeschäft rechnet Mobilfunk-Chef Rudi Lamprecht trotz eines fast stagnierenden Weltmarktes mit einem steigenden Absatz im laufenden Geschäftsjahr. Siemens erwarte einen Absatz von 32 bis 33 [Vorjahr: 28,9] Millionen Mobiltelefonen.
Damit werde Siemens seinen Anteil am weltweiten Handymarkt ausbauen. Profitabel sei das Geschäft ab 28 bis 30 Millionen verkaufter Handys.
Nach neun Monaten hatte Siemens im Handygeschäft ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen [Ebit] von 61 Millionen Euro erzielt.
Siemens will über 10 Prozent Marktanteil bei Mobiltelefonen
