Einblick in die ICANN-Buchführung
Die ICANN [The Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] muss Karl Auerbach, einem ihrer gewählten Direktoren, die Geschäftsbücher und interne Dokumente öffnen. Dies entschied gestern, Montag, ein kalifornisches Gericht.
Allerdings müssen die Grundsätze der Vertraulichkeit gegenüber der Öffentlichkeit eingehalten werden.
Begründung online
Die schriftliche Urteilsbegründung kann vollständig auf der
Website der Datenschutz-Organisation Electronic Frontier Foundation
[EFF] eingesehen werden.
Urteilsbegründung auf der EFF-SiteGewählte und Nicht-Gewählte
Auerbach wurde als Kritiker der Organisation von den Nutzern in Nordamerika als ICANN-Direktor gewählt.
Die nicht gewählten Vorstandsmitglieder hatten ihm die Einsicht in die Unterlagen bisher verwehrt, um detaillierte Informationen über die Vorgänge in dem Verwaltungsgremiums des Domain Name Systems nicht in die Öffentlichkeit zu lassen.
ICANN in der Kritik
Die ICANN steht bereits seit ihrer Gründung in der Kritik. So
wurden beispielsweise Vorschläge für die breite Einführung neuer Top
Level Domains nur sehr begrenzt und äußerst schleppend umgesetzt.
Auch die Tagungen des Direktoriums in den teuersten Luxushotels rund
um die Welt schürte die Unzufriedenheit.
ICANNICANN prüft erst mal
Die ICANN will in den nächsten Tagen die schriftliche Urteilsbegründung analysieren und danach entscheiden, ob gegen den Entscheid Berufung eingelegt wird.
Das ist die ICANN
Die ICANN ist eine Non.-Profit-Corportaion, die gegründet wurde, um die Verwaltung der IP-Adressen-Vergabe, die Festlegung der Internet-Protokolle, das Managment des Domain Name Systems [DNS] und des diesem zugrundeliegenden Root Server Systems zu übernehmen. Früher waren diese Aufgaben von der IANA, welche von der US-Regierung beauftragt worden war, und andere Organisationen wahrgenommen worden.
