21.12.1999

QUO VADIS

Bildquelle: One

Shareholder-Karussell bei One

Die Übernahme des britischen Mobilfunkanbieters Orange durch die Mannesmann AG wurde von der EU-Kommission unter der Auflage genehmigt, dass sich Orange von seiner 17,45-prozentigen Beteiligung an dem drittgrößten Mobilfunkbetreiber Österreichs trennt.

"Sowohl die Viag als auch die Telenor und Tele Danmark haben Interesse angemeldet. Im Shareholdervertrag sind jedenfalls klare Regelungen enthalten, wer Anteile in welcher Höhe von einem anderen Anteilseigner übernehmen kann", sagt Connect-Austria-Sprecherin Bettina Gneisz zur Futurezone.

Die Übernahme des Orange-Anteils an Connect Austria wird jedenfalls Thema des nächsten Shareholder-Meetings sein. Gneisz: "Die Entscheidung wird sicherlich nicht mehr heuer fallen. Wir rechnen damit frühestens im Jänner, vielleicht aber auch im März nächsten Jahres."

Orange-Übernahme

Mannesmann hatte die Übernahme von Orange im Volumen von mehr als 60 Milliarden Mark vor einigen Monaten angekündigt. Orange ist die drittgrößte Mobilfunkgesellschaft in Großbritannien und hat dort einen Marktanteil von 17 Prozent. Die Übernahme von Orange durch Mannesmann gilt mit als Grund dafür, dass der größte Mobilfunkanbieter Großbritanniens, die Vodafone AirTouch, das Düsseldorfer Unternehmen übernehmen will, da sich Vodafone in seinem Heimatmarkt angegriffen fühlen könnte. Vodafone hatte vor einigen Wochen erklärt, Mannesmann, wenn nötig feindlich, übernehmen zu wollen, und hat dafür eigene Aktien geboten. Mannesmann lehnt die Übernahme strikt ab.

Die Viag AG sieht nach den Worten einer Unternehmenssprecherin gute Chancen, ihre Beteiligung an der österreichischen Mobilfunkfirma zu erhöhen. Die Viag hatte bereits im Oktober für den Fall, dass Mannesmann den über Orange gehaltenen Connect-Austria-Anteil abstoßen muss, ihr Interesse angedeutet.

Sowohl mit der Mannesmann AG als auch mit dem britischen Mobilfunkanbieter Orange seien Gespräche über den Erwerb des Orange-Anteils an Connect Austria geführt worden, sagte die Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind optimistisch, zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen."