Quam und die Lizenzen
Entgegen einem Bericht der FTD [Financial Times Deutschland] hat der deutsche UMTS-Lizenzinhaber Quam bei der Regulierungsbehörde [RegTP] keine Änderung der UMTS-Lizenzbedingungen erbeten. Dies geht aus einer Stellungnahme der RegTP hervor.
Zwar sei ein Schreiben von Quam [Tochterunternehmen von Telefónica Móviles und Sonera] eingetroffen, dieses enthalte aber nur reine Informationen über die Pläne des Unternehmens. Bislang habe kein einziger Lizenzinhaber eine Änderung der Lizenzbedingungen gefordert, sagte ein Sprecher der RegTP.
Die FTD hatte Sonera-Finanzvorstand Kim Ignatius mit den Worten "Entweder er [der Regulierer] akzeptiert mit unserem Rückzug weniger Wettbewerb, oder er ändert die Bedingungen." zitiert.
Aus für Quams GSM-Dienste
Der jüngste und kleinste deutsche Mobilfunkanbieter Quam hat
letzte Woche den Vertrieb seiner GSM-Dienste vorerst eingestellt,
nachdem die Gesellschafter [der spanische Mobilfunkkonzern
Telefonica Moviles und ihr finnischer Partner Sonera, die zusammen
Group 3G bilden] alle UMTS-Entscheidungen in Deutschland,
Österreich, Italien und der Schweiz gestoppt hatten. Dass Quam nun
offenbar keine Änderung der UMTS-Auflagen anstrebt ist ein weiterer
Hinweis auf das tatsächliche Ende des UMTS-Engagements der Group 3G
zumindest in Deutschland.
Erster UMTS-Anbieter wirft das HandtuchGeringe Chancen auf Auflagenänderung
Bereits im Frühjahr hatte Quam gefordert, die Auflagen dahingehend aufzuweichen, dass die vorgeschriebenen Versorgungsdichten [bis Ende 2003 25 Prozent und bis Ende 2005 50 Prozent Netzabdeckung] gesenkt und der Handel mit Frequenznutzungsrechten gestattet werde.
Diese Forderungen hat man aber offenbar noch nicht an die Regulierungsbehörde herangetragen. Die Erfolgschancen eines solchen Ersuchens werden unterdessen von Experten auch als gering eingeschätzt.
Einerseits habe man aus juristischen Gründen keinen Spielraum bei der Änderung der Lizenzbedingungen. Würde man hier Änderungen vornehmen, wäre man möglichen Schadenersatzforderungen ausgesetzt.
Andererseits haben sich sowohl die Regulierungsbehörde als auch das zuständige Bundesministerium wiederholt gegen nachträgliche Änderungen bei den Lizenzbestimmungen ausgesprochen. Dem Beispiel einiger anderer europäischer Staaten, die die Lizenzauflagen nachträglich zugunsten der Lizenznehmer verändert hatten, will man in Deutschland derzeit offenbar nicht folgen.
QuamE-Plus und D2 verlieren Kunden
Nach einer heute, Montag, verbreiteten Meldung von Reuters hat nicht nur D2-Vodafone [zweitgrößter Mobilfunker Deutschlands] sondern auch E-Plus [Nummer 3] im abgelaufenen zweiten Quartal Kunden verloren.
Dies soll aus Angaben aus Branchenkreisen hervorgehen. E-Plus, in deren Netz der UMTS-Lizenzinhaber Quam bis letzte Woche seine GSM-Dienste angeboten hat, habe zwar zusätzliche [umsatzstärkere] Postpaidverträge abschließen können, aber deutliche Einbußen bei der Zahl der [umsatzschwächeren] Prepaid-Kunden hinnehmen müssen.
Konkrete Zahlen wurden zwar nicht genannt, doch soll der Netto-Verlust an Kunden deutlich über jenem von D2-Vodafone [wo man nach eigenen Angaben im zweiten Quartal 90.000 Kunden streichen musste] liegen.
Prepaid-Statistik
Der Grund für den fortgesetzten Schrumpfungsprozess des E-Plus-Kundenstammes liegt im hohen Anteil von Prepaid-Usern. Diese laden oft ihr Guthaben nicht mehr auf und wechseln zu einem anderen Anbieter und/oder erwerben eine neue SIM-Karte - wodurch sie als zusätzlicher Kunde in der Statistik landen. Nach 15 Monaten Inakitivität werden sie schließlich aus der Zählung gestrichen.
