Kreative Buchhaltung auch bei Qwest
In der Serie von Bilanzskandalen in den USA hat ein weiteres Unternehmen falsche Zahlenangaben einräumen müssen.
Der US-Telekommunikationsriese Qwest aus Denver teilte am Sonntagabend [Ortszeit] mit, die Ergebnisse für 1999, 2000 und 2001 müssten korrigiert werden, nachdem Bilanzierungsfehler entdeckt worden seien.
Auch die Prognose für das Jahr 2002 müsse zurückgenommen werden.
Mögliche Buchungstricks
Gegen Qwest wird bereits strafrechtlich ermittelt. Der
Telefonkonzern ist außerdem wegen möglicher Buchungstricks ins
Visier der Finanzaufsichtsbehörden geraten.
QwestUmsatzprognose zurückgenommen
Insgesamt seien mehr als eine Mrd. USD an Umsätzen falsch verbucht worden. Auch die Prognose für das Jahr 2002 von rund 18 Mrd. USD Umsatz wurde zurückgenommen.
Das Unternehmen steckt schon seit Monaten in einer schweren Krise. Erst im vergangenen Monat musste Unternehmenschef Joseph Nacchio auf internen Druck seinen Hut nehmen.
Die Bilanzierungspraktiken des Unternehmens waren bereits seit März von der US-Börsenaufsicht Security Exchange Commission [SEC] untersucht worden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg standen dabei Geschäfte mit optischen Netzwerken im Mittelpunkt, bei denen Qwest zunächst Kapazitäten an andere Anbieter verkauft und später wieder ein gleiches Volumen zurückgekauft habe.
Es wurde vermutet, dass dadurch die sinkenden Umsätze in dem Bereich geschönt werden sollten. Die Korrektur betreffe knapp ein Fünftel des Umsatzes im Geschäft mit optischen Netzwerken in diesem Zeitraum, teilte Qwest jetzt mit.
