Bandbreitenprobleme im Weltall
Die NASA hat ein Bandbreitenproblem im Weltall, dessen Lösung der Technologie für die Datenübertragung per Satellit einen kräftigen Schub verpassen könnte.
Geplante Missionen wie das "Next Generation Space Telescope" oder die "Supernova/Acceleration Probe", die die Ausdehnung des Universums erforschen soll, werden Datenmengen produzieren, die mit den bisher eingesetzten Funktechniken nicht mehr zu übertragen sind.
Eine [Teil]-Lösung könnte die Aufbereitung der Daten durch den Satelliten selbst sein, der dann nur die "relevanten" Daten an die Erde schicken würde. Diese Varinate hat allerdings den gravierenen Nachteil, dass unvorhergesehene Ergebnisse im Zweifelsfall übersehen werden könnten und genau diese "Überraschungen" interessieren die Forscher ganz besonders.
Das "Next Generation Space Telescope" wird mit seiner hochauflösenden Optik [rund eine Milliarde Pixel] einige Gigabit an Daten pro Sekunde sammeln.
NASA Office of Space ScienceEin langer Weg
Der Chef der zuständigen NASA-Abteilung für "Space Science", Barry Geldzahler, glaubt, dass sich "Satelliten-Technologien als die beste Lösung [für das Bandbreitenproblem] durchsetzen könnten".
Geldzahler schränkt den Optimismus allerding ein, wenn er darauf hinweist, dass noch zahlreiche Probleme ungelöst sind oder noch gar nicht erforscht wurden.
Er geht beispielweise davon aus, dass mehrere Satelliten mit reiner Relay-Funktion nötig wären und dazu gleich eine ganze Reihe von Empfangsstationen auf der Erde.
Optimisten wie der Kommunikationexperte Martin Harwit von der Cornell University glauben unterdessen, dass die Kosten für die Entwicklung und die Errichtung der Infrastruktur auf der Erde für NASA-Verhältnisse mit maximal 400 Millionen USD geradezu überschaubar sein werden.
Ein Satelliten-Bandbreitenproblem mit ungewöhnlichen Folgen hatte unlängst auch die NATO:
NATO-Spionagebilder frei empfangbarESA mit erfolgreichem Test
Der europäischen Raumfahrtorganisation ESA ist erst im letzten Herbst die Übertragung von Daten zwischen zwei Satelliten per Laser gelungen.
Die Organisation testete mit dem Nachrichtensatelliten Artemis erstmals das Kommunikationssystem "SILEX", das die Übertragung von großen Datenvolumen bei Sichtverbindungen zulässt.
Artemis diente dabei als Kommunikationsdrehscheibe zwischen dem Erdbeobachtungssatelliten sowie dem Kontrollzentrum ESA in Toulouse und ermöglicht der Raumfahrtorganisation eine Echtzeitauswertung der Bilder des Satelliten "Spot 4".
Laser-Datenlink zwischen Satelliten getestetDerzeit magere Raten
In vier aufeinander folgenden Umläufen etablierte die ESA Daten-Links zwischen dem Nachrichtensatelliten Artemis und Spot 4. Die Testverbindungen bestanden zwischen vier und 20 Minuten.
Die Kapazität der Datenübertragung zwischen Spot 4 und der Bodenstation via Artemis betrug allerdings nur 50 Mb pro Sekunde und damit für die Datenmengen der zukünftigen NASA-Missionen auch viel zu wenig.
Trotzdem ist die ESA davon überzeugt, dass Laser in absehbarer Zeit die Norm für die Kommunikation zwischen Satelliten werden.
Skepsis herrscht in der ESA allerdings derzeit noch bei der Frage ob sich Laser auch als System für die Kommunkiation zur Erde durchsetzen können.
