Das Internet in Afrika
"Als wir Metissacana im Juli 1996 eröffneten, hatte der Senegal erst seit zwei Monaten Anschluss ans Internet - vorher gab es nur in Südafrika öffentliche Zugänge. So sind wir die zweiten auf dem ganzen Kontinent gewesen", erzählt Michel Mavros, der den Provider Metissacana mitinitiierte.
Es gibt im Senegal überall Internetanschluss, wo es Telefonleitungen gibt - doch die fehlen in ungefähr 13.500 Dörfern und Ortschaften, also dem größeren Teil des Landes.
Mit geschätzten knapp 200.000 Telefonanschlüssen bei etwa 9 Millionen Einwohnern liegt das Land zwar knapp unter dem afrikanischen Durchschnitt, allerdings nur, wenn man nicht einkalkuliert, dass von den insgesamt etwa 20 Millionen Telefonen auf dem Kontinent nur 1,9 Millionen ausserhalb Südafrikas und Nigerias stehen.
MetissacanaMichel Mavros aus Dakar
"Kurz bevor Metissacana zum Provider wurde, machten wir in einem Bus eine Tour durchs Land und besuchten auch die Dörfer und kleinen Städte in der Provinz. Wir stellten uns auf den Platz, gingen per Satellit online und projizierten die Sites mit einem Beamer, und die Leute sind zwei, drei, vier Stunden bei uns geblieben.
Und dann fragten sie uns: 'Zu welchen Preisen wird Reis gehandelt?' Und wir haben schnell gesucht, und ah - da waren sie. Ein anderer fragte: 'Ich will einen Traktor kaufen, aber ich kenne die Preise nicht.'
Ok - wir landen auf einer dänischen Site und da sind die Preise. Und anders als bei den ersten Filmvorführungen, als die Leute panisch aus den Kinos gelaufen sind, wussten die Leute noch im kleinsten Dorf so ungefähr, was Internet ist und welche Möglichkeiten es ihnen verschaffen könnte."
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
matrix untersucht die IT-Szene Afrikas ¿ stellvertretend am
Beispiel Senegal. Der zweite Beitrag widmet sich
E-Business-Initiativen in Lateinamerika.
matrix - computer & neue medien
