Geteilte Reaktionen auf MS-Offensive
Microsoft stellt heuer gegen den Trend 5.000 zusätzliche Mitarbeiter ein. Außerdem wird der Etat für Forschung und Entwicklung [Research and Development, R&D] um ein gutes Fünftel von 4,3 auf 5,2 Milliarden Euro erhöht werden.
Diese eher überraschenden Schritte, die einen Teil der Microsoft-Strategie zur Erschließung weiterer Lebensbereiche der Konsumenten mit MS-Produkten darstellen, haben bei Analysten auf unterschiedliche Reaktionen hervorgerrufen.
Ist MS verrückt?
"The question you might ask is, are we nuts?" fragte Chief Financial Officer John Connors rhetorisch bei der Präsentation der Pläne. Bill Gates erklärte dazu: "Es ist eine aggressive Strategie, aber ich glaube fest an sie." Gates gestand ein, dass die Vorhaben nicht ohne Risiko seien: "Wir sind optimistisch. Daher erhöhen wir unsere Investitionen. Das ist nicht risikolos, aber wir haben die Entscheidung getroffen und geben jetzt Vollgas."
Geteilte Reaktionen
Während manche Analysten von einem positiven Signal sprachen, waren andere weniger begeistert.
Die entscheidende Frage für Microsoft werde bleiben, ob man das Wachstum im Desktopbereich aufrechterhalten werde können. Dort lägen 65 Prozent des Umsatzes und 100 Prozent des Wachstums, so ein Analyst: "Who cares about MSN and Xbox?"
In ihrer Kritik bestätigt sehen sich indes viele IT-Unternehmen im Silicon Valley. Durch die Quasi-Monopolstellung in vielen Marktbereichen sei MS eines der ganz wenigen Unternehmen, die sich größere Investitionen in Forschung und Entwicklung leisten könnten, hatte es dort immer wieder geheißen.
In der nun erfolgenden Erhöhung des R&D-Etats um gut 20 Prozent und der Erhöhung der Mitarbeiterzahl um rund zehn Prozent sieht man im Silicon Valley die Bestätigung der Kritik.
Verbreiterung der Produktpalette
Gates bekräftigte, dass das Unternehmen seine Anstrengungen
fortsetzen wolle, sein Angebot vom PC hin zur Software für eine
breite Palette von Produkten, wie Mobiltelefone, Taschencomputer und
interaktives Fernsehen, zu verlagern.
Microsoft steckt mehr Geld in Forschung
