Finsternis in KPNQwest-Fasern
Seit dem späten Mittwochnachmittag ist in das verbliebene europäische Glasfasernetz des insolventen Carriers KPNQwest offensichtlich endgültig Dunkelheit eingekehrt.
Der Insolvenzverwalter ließ das Netz schlicht abschalten und damit Leitungen, über die bislang geschätzte 50 Prozent des europäischen Internet-Verkehrs liefen, stillegen.
Jos van der Klauw, einer der verbliebenen KPNQwest-Technik-Chefs erklärte gegenüber Reuters, dass "der Effekt auf das Internet eher klein bleiben sollte. Aber Genaues werden wir erst in den nächsten paar Stunden wissen."
Kundenschwund
Die Deadline zur Abschaltung des Netzwerks wurde bisher schon drei Mal verschoben.
In einer Aussendung hat die Teilbesitzerin KPN schon vor rund zwei Wochen erklärt, dass Teile des europäischen KPNQwest-Netzwerks bereits verkauft wurden und die meisten der ehemaligen KPNQwest-Kunden, darunter auch KPN, bereits Alternativen gefunden haben.
Infolgedessen sei der Verkehr über das insgesamt 25.000 Kilometer umfassende Netzwerk drastisch zurückgegangen, und man sehe keinen Grund mehr, das Netz weiter zu betreiben.
Probleme dürften demnach jetzt vor allem einzelne Kunden bekommen, die sich noch nicht über einen zweiten Anbieter abgesichert haben.
Auch Ebone dunkel
Anfang Juli wurde bereits Ebone, Europas ältestes
Backbone-Netzwerk, engültig abgeschalten. Ebone war zuletzt Teil des
KPNQwest-Konglomerates und stellte ein bedeutendes Netzwerk
innerhalb Europas dar.
Ältestes Netzwerk Europas abgeschaltet
