Standards für das nächste Internet
In Edinburgh werden ab Montag mehr als 800 Wissenschaftler vier Tage lang über das "Internet der nächsten Generation" diskutieren.
Das neue Netzwerk läuft unter dem Namen "The Grid" und soll vor allem auf die Verteilung von Rechenleistung ausgelegt sein.
Damit soll zunächst auf die Bedürfnisse von Wissenschaftlern aus der Physik und der Genforschung eingegangen werden, die mit eigenen Mitteln ihren Bedarf an Rechenleistung in Spitzenzeiten schon jetzt nicht mehr decken können.
Grid-ForumWeb-Erfinder arbeiten am Grid
Am Geburtsort des World Wide Web, dem Europäischen Kernforschungslabor [CERN] in Genf, wird bereits seit zwei Jahren an der Gestaltung des Grids gearbeitet.
"Im World Wide Web holt man sich vorfabrizierte Informationen. Man greift auf etwas zurück, das fertig ist. Das Grid erlaubt Anfragen, die aus den verschiedenen verfügbaren Datensätzen eine individuell auf den Benutzer zugeschnittene Antwort liefern", erläutert Hans Hoffmann, Direktor für Technologietransfer am CERN.
Die Physiker arbeiten mit Hochdruck an dem neuen Netz, weil der neue Teilchenbeschleuniger, der derzeit am CERN gebaut wird, Datenmengen produzieren wird, die mit dem World Wide Web nicht mehr zu bewältigen wären.
Nach dem Netz soll das "Gitter" kommenKeine geschlossene Veranstaltung
Das CERN hat bereits angekündigt "eine Organisationssoftware" [Middleware] zu schreiben, die offenene Standards zum Ziel hat.
In Edinburgh sollen in den nächsten Tagen diese Standards diskutiert und einige möglichst auch festgelegt werden.
Damit verbindet sich auch die dezidiert geäußerte Hoffnung, dass das Grid kein reines Wissenschaftsprojekt bleibt, sondern auch kommerziell weiterentwickelt wird.
Kooperation läuft schon
Beim Global-Grid-Forum im Februar haben IBM und das "Globus
Toolkit"-Team bereits die "Open Grid Services"-Architektur [OGSA]
vorgestellt. Das Set von Spezifikationen und Standards soll die
Vorteile von Grid-Computing mit denen von Webservices kombinieren.
Kommerzielles Grid-Computing
