19.07.2002

NASDAQ

Bildquelle: APA

Sun-Aktien um 26,72 Prozent gefallen

Die New Yorker Aktienbörse hat am Freitag mit dramatischen Kurseinbrüchen den Handel beendet. Der Dow Jones Industrial Index fiel 390,23 Punkte oder 4,64 Prozent auf 8.019,26 Einheiten.

Der Nasdaq Index verringerte sich um 37,90 Einheiten oder 2,79 Prozent auf 1.319,05 Zähler.

Die Händler verwiesen zur Begründung der teilweise panikartigen Verkäufe auf enttäuschende Geschäftszahlen von IBM, Motorola und Intel, sowie verhaltene Ergebnisprognosen von Microsoft und Sun Microsystems.

Dow Jones auf tiefstem Stand seit Oktober 1998

Der Dow Jones hatte ab Handelsbeginn kontinuierlich abgegeben, schließlich die Marke von 8.000 Punkten "wie Butter" durchschritten und somit den tiefsten Stand seit Oktober 1998 erreicht. "Es gibt derzeit Anleger, die um jeden Preis aus dem Markt wollen", berichtete ein Analyst. Vor allem die enttäuschenden Unternehmensergebnisse und die negativen Prognosen lassen die Investoren zittern.

Sun-Aktien fielen um 26,72 Prozent

"Die Lage der Telekom-Branche bleibt düster", zeigte sich ein Marktbeobachter pessimistisch.

An eben dieser Situation leidet der kanadische Telekom- und Netzwerkausrüster Nortel Networks Corporation. Er hat im zweiten Quartal 2002 einen Verlust von 697 Millionen USD oder 20 Cent verbucht. Dies machte sich auch im Aktienkurs bemerkbar, der sich um 8,40 Prozent auf 1,20 USD ermäßigte.

Besondern gelitten haben auch Investoren von Sun Microsystems. Der US-Computerhersteller hat es zwar in einem Quartal wieder in die Gewinnzone geschafft, in dem Ende Juni beendeten letzten Abschnitt des Geschäftsjahres 2001/02 erzielte Sun 20 Millionen USD Gewinn. Im Gesamtjahr fiel jedoch ein satter Verlust von 628 Millionen USD an.

Im Tagesverlauf lagen die Aktien bis zu 29 Prozent im Minus. Schließlich gingen die Sun-Anteile mit Abschlägen von 26,72 Prozent bei 4,25 USD aus dem Handel.

Ericsson, Microsoft und AOL verlieren

Der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson hatte am Vormittag den siebten Verlust in Folge ausgewiesen und für das Gesamtjahr die Umsatzprognose für sein Kerngeschäft mit Mobilfunksystemen gesenkt. In New York gab die Aktie rund 17 Prozent auf 1,26 USD nach.

Microsoft hat im Geschäftsjahr 2001/2002 [30. Juni] einen Gewinn von 7,8 Milliarden USD oder 1,41 USD je Aktie verbucht. Microsoft hatte im vorangegangenen Geschäftsjahr 7,4 Milliarden USD oder 1,38 USD je Aktie verdient. Der Jahresumsatz stieg um zwölf Prozent auf 28,4 Milliarden USD. Trotzdem gaben die Microsoft-Anteile 3,19 Prozent auf 49,48 USD ab.

Die Aktien des weltgrößten Medienkonzerns AOL Time Warner verloren rund sieben Prozent auf 11,58 USD.