Biegsame Displays bald marktreif
Immer wieder hört man von biegsamen oder ausdruckbaren Displays und ihren künftigen Einsatzgebieten. So sollen Litfaßsäulen oder große Plakatwände mit der Technologie animierte Werbeplakate anzeigen und der Fernseher bald durch eine ausrollbare Leinwand ersetzt werden. Doch wann die ersten Flexi-Bildschirme auf den Markt kommen werden, bleibt meist fraglich.
Die britische Technologie-Firma Cambridge Display Technology [CDT] will nach jahrelanger Entwicklungszeit nun die Marktreife für ihre aufrollbaren Bildschirme erreicht haben.
"Realistisch gesehen können wir im Jahr 2004 oder 2005 mit den ersten flexiblen Fernsehern rechnen", sagt der Vorsitzende von CDT, David Fyfe.
Preise vergleichbar mit denen jetziger Geräte
Die Preise für die neuen Geräte würden nicht höher liegen als für
ihre vergleichsweise klobigen Vorgänger-Modelle. Nach seinen
Schätzungen sollen mit den biegsamen Displays im Jahr 2005 über drei
Milliarden Euro umgesetzt werden.
Cambridge Display TechnologyLicht aussendende Polymere
Die biegsamen Vollfarben-Monitore basieren auf Licht aussendenden Polymeren [Light Emitting Polymers, LEP]. Anders als herkömmliche LCD-Monitore haben LEPs einen weiten sichtbaren Bereich, der angezeigte Inhalt kann auch von extremen Perspektiven aus betrachtet werden.
Die Polymer-Verbindungen können auf fast papierdünnes Plastik gedruckt werden. Es müssen nur noch Elektroden befestigt werden, um die Pixel anzusteuern. Weil sie kein Hintergrundlicht, keine Filter und keine Polarisatoren benötigen, sind sie weitaus einfacher herzustellen.
Und die letzte Hürde, die sensiblen Flexi-Screens gegen Korrision durch Sauerstoff und Wasserdampf zu schützen, konnte laut Fyfe nun überwunden worden.
Anfang Juli hat das US-Technologieunternehmen E Ink zusammen mit Philips und dem japanischen Print-Spezialisten Toppan das erste farbige E-Paper vorgestellt. Der robuste und sehr dünne Display-Typ mit extrem geringem Stromverbrauch war bisher nur für Schwarz-Weiß-Bildschirme nutzbar.
E Ink erstmals mit farbigem E-PaperSony, Hitachi und Toshiba entwickeln erste TV-Geräte
Die japanischen TV-Geräte-Hersteller Sony, Hitachi und Toshiba arbeiten schon länger daran, erste Geräte mit der Technologie zu entwickeln, aber auch das Militär zeigt reges Interesse an den Displays.
In Zukunft sollen Soldaten mit aufrollbaren Karten ausgestattet werden, die von Satelliten mit Daten versorgt werden.
"Ich glaube, wir werden noch viele Neuheiten zu sehen bekommen", sagt Fyfe. "Die Menschen sprechen sogar schon davon, Bildschirme in die Kleidung einzuweben." Dass es dafür einen Massenmarkt geben wird, bezweifle er allerdings.
