20.07.2002

FLEXIBEL

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Biegsame Displays bald marktreif

Immer wieder hört man von biegsamen oder ausdruckbaren Displays und ihren künftigen Einsatzgebieten. So sollen Litfaßsäulen oder große Plakatwände mit der Technologie animierte Werbeplakate anzeigen und der Fernseher bald durch eine ausrollbare Leinwand ersetzt werden. Doch wann die ersten Flexi-Bildschirme auf den Markt kommen werden, bleibt meist fraglich.

Die britische Technologie-Firma Cambridge Display Technology [CDT] will nach jahrelanger Entwicklungszeit nun die Marktreife für ihre aufrollbaren Bildschirme erreicht haben.

"Realistisch gesehen können wir im Jahr 2004 oder 2005 mit den ersten flexiblen Fernsehern rechnen", sagt der Vorsitzende von CDT, David Fyfe.

Licht aussendende Polymere

Die biegsamen Vollfarben-Monitore basieren auf Licht aussendenden Polymeren [Light Emitting Polymers, LEP]. Anders als herkömmliche LCD-Monitore haben LEPs einen weiten sichtbaren Bereich, der angezeigte Inhalt kann auch von extremen Perspektiven aus betrachtet werden.

Die Polymer-Verbindungen können auf fast papierdünnes Plastik gedruckt werden. Es müssen nur noch Elektroden befestigt werden, um die Pixel anzusteuern. Weil sie kein Hintergrundlicht, keine Filter und keine Polarisatoren benötigen, sind sie weitaus einfacher herzustellen.

Und die letzte Hürde, die sensiblen Flexi-Screens gegen Korrision durch Sauerstoff und Wasserdampf zu schützen, konnte laut Fyfe nun überwunden worden.

Sony, Hitachi und Toshiba entwickeln erste TV-Geräte

Die japanischen TV-Geräte-Hersteller Sony, Hitachi und Toshiba arbeiten schon länger daran, erste Geräte mit der Technologie zu entwickeln, aber auch das Militär zeigt reges Interesse an den Displays.

In Zukunft sollen Soldaten mit aufrollbaren Karten ausgestattet werden, die von Satelliten mit Daten versorgt werden.

"Ich glaube, wir werden noch viele Neuheiten zu sehen bekommen", sagt Fyfe. "Die Menschen sprechen sogar schon davon, Bildschirme in die Kleidung einzuweben." Dass es dafür einen Massenmarkt geben wird, bezweifle er allerdings.