19.07.2002

EU WILL

Strafe für Roaming-Wucher

Nach der Sommerpause können sich einige europäische Mobilfunkunternehmen auf EU-Verfahren wegen überhöhter Roamingtarife gefasst machen.

Nach einem Bericht der F.A.Z. sind neben der Deutschen Telekom [deren Mobilfunktochter die T-Mobile ist] und Vodafone auch Cellnet, die Mobilfunk-Tochtergesellschaft von British Telecom, sowie Orange, die Tochtergesellschaft der France Telecom, ins Visier der Brüsseler Wettbewerbshüter geraten.

Strafen

Die EU-Kommission will demnach die Telekomunternehmen zwingen, ihre Gebühren zum Teil beträchtlich zu senken.

Außerdem müssten einige der genannten Unternehmen, darunter die Deutsche Telekom, auch mit Bußgeldern im Millionen-Euro-Bereich rechnen.

Dagegen hat eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Freitag mitgeteilt, dass die seit einem Jahr andauernde Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei und noch kein Ergebnis vorliege.

Das sind Interconnection-Fees

Interconnection-Fees, zu Deutsch Zusammenschaltungsentgelte, werden von Netzbetreibern für die Zustellung von Anrufen im jeweiligen Netz jenem Netzbetreiber in Rechnung gestellt, aus dessen Netz der zuzustellende Anruf kommt.

Interconnection-Fees ebenfalls im Visier

Außerdem sind Untersuchungen der EU-Kommission im Laufen, die die Interconnection-Fees [ICF] betreffen. Diese Untersuchungen waren durch eine Anzeige eines europäischen Telekomunternehmens veranlasst worden.

Es werden missbräuchliche Praktiken bei der Gestaltung der ICFs von Mobilfunkbetreibern vermutet. EU-Kommissar Monti möchte durch eine Senkung der ICF erreichen, dass Anrufe zu Mobiltelefonen billiger werden.