Gewinnsturz bei IBM
IBM hat im zweiten Quartal auf Grund einer Milliardenbelastung für einen Stellenabbau, die Restrukturierung der Chipsparte und den Verkauf der Festplatten-Laufwerk-Sparte einen drastischen Gewinneinbruch von 97,4 Prozent erlebt. Hinzu kam eine Nachfrage nach Computern und EDV-Dienstleistungen.
IBM verdiente im April-Juni-Abschnitt 2002 nur noch 56 Millionen USD [55,4 Mrd Euro] oder drei Cents je Aktie gegenüber einem Gewinn von zwei Milliarden USD oder 1,15 USD je Aktie im zweiten Quartal des Vorjahres. Dabei wirkten sich Sonderbelastungen von insgesamt 1,4 Milliarden USD aus.
Der Umsatz aus dem laufenden Geschäft schrumpfte gegenüber der Vorjahresvergleichszeit um sechs Prozent auf 19,7 Milliarden USD.
Ohne die Sonderbelastungen hätte IBM nach eigenen Angaben 1,45 Milliarden USD verdient. IBM-Chef Samuel J. Palmisano verwies auf eines der schwierigsten Investitionsumfelder seit Jahrzehnten. Er hob IBM-Maßnahmen zur Verbesserung der Kosten- und Ausgabenstruktur hervor, die sich sofort auswirken würden.
IBM strukturiert kräftig umNur Softwaregeschäft konnte zulegen
IBM verbuchte im zweiten Quartal in Nord- und Südamerika einen Umsatzrückgang um fünf Prozent auf neun Milliarden USD. In der Region Europa/Naher Osten/Afrika wurden 5,6 Milliarden USD umgesetzt, minus drei Prozent. Im asiatisch-pazifischen Raum fiel der Umsatz um drei Prozent auf 4,1 Milliarden USD und im Direktgeschäft mit anderen Herstellern um 32 Prozent auf 844 Millionen USD.
Die wichtige Computer-Dienstleistungssparte wies einen Umsatzrückgang von einem Prozent auf 8,7 Milliarden USD aus, doch verbuchte der Geschäftsbereich im zweiten Quartal Neuaufträge von 10,6 Milliarden USD.
Der Hardware-Umsatz fiel stark um 16 Prozent auf 6,7 Milliarden USD. Der PC- und der Chipumsatz schrumpften ebenfalls, während das Softwaregeschäft um acht Prozent auf 3,3 Milliarden USD zulegte.
