Je mehr Empfänger, desto weniger Antworten
Wer auf eine E-Mail-Anfrage eine Antwort bekommen will, sollte sie nur an einen einzelnen Empfänger schicken, statt auf Massen-E-Mails zu setzen.
Forscher des Technion-Instituts im israelischen Haifa haben jetzt in einer Studie wissenschaftlich bewiesen: Je größer der Empfängerkreis ist, an die eine E-Mail verschickt wird, desto eher wird sie ignoriert.
Technion-Institut in HaifaPersönliche E-Mails werden beantwortet
Für die veröffentlichte Untersuchung erfanden die Forscher eine Studentin namens Sarah Feldman.
Sarah verschickte über einen Yahoo-Account E-Mails an 240 Wissenschaftler, Schüler und Verwaltungsangestellte, in denen sie fragte, ob deren Universität auch eine biologische Fakultät habe.
Die Hälfte der Empfänger erhielt E-Mails, in denen nur sie selbst als Adressat genannt wurden. Von diesen antworteten zwei Drittel. Ein Drittel schickte Antworten mit nützlichen Angaben, viele davon sogar noch mit Zusatzinformationen.
Immer mehr E-Mails ungelesen in den Müll
Durch die steigende Zahl an eingehenden E-Mails werden diese laut
dem Markforschungsinstitut marketagent.com immer häufiger ungelesen
gelöscht. Der Absender ist laut der Studie das mit Abstand
wichtigste Entscheidungskriterium, ob ein E-Mail gelesen wird oder
nicht. Unbekannte Absender landen meist sofort im Müll.
Großteil der E-Mails wandert sofort in den PapierkorbKaum Rückmeldungen auf Massen-Mail
Die andere Hälfte der Empfänger erhielt E-Mails, in deren Briefkopf noch vier weitere Adressaten genannt wurden.
Nur die Hälfte der Massen-E-Mail-Empfänger antwortete überhaupt. Nur 16 Prozent schickten nützliche Informationen. Viele der übrigen Antworten hatten einen genervten Ton, bis hin zu dem Ratschlag "Such doch die Website und schau selber nach!".
Studienleiter Gred Barron verglich das Phänomen mit dem Verhalten von Zuschauermengen bei Straftaten: Der Einzelne fühle sich weniger zur Hilfe verpflichtet, wenn noch andere in der Nähe sind.
Werbefirmen, die etwas erreichen wollten, sollten daher möglichst keine automatischen Massen-E-Mails verschicken, empfahl er.
E-Mail-Werbung immer wirkungsloser
Laut einer aktuellen Studie des US-Marktforschers eMarketer sank
die Prozentzahl derjenigen, die eine in einer Werbemail angepriesene
Site besuchen, auf 1,8 Prozent gegenüber 3,3 Prozent im Vorjahr. Die
Ursache für das rückläufige Interesse an der E-Mail-Werbung sehen
die Marketing-Agenturen im Overkill des Angebotes.
E-Mail-Marketing wird überstrapaziert
