Software für Mars-Vermessung aus Wien
Die europäische Raumfahrtbehörde ESA will ab 2003 den Mars vermessen. Das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung [IFP] der Technischen Universität Wien hat dabei die Aufgabe übernommen, die anfallende Datenmenge von zwei Terabyte effizient online zu verwalten.
Für die Datenverwaltung wird ein "TMIS" [Topographic Mars Information System] entwickelt, das einerseits den kooperierenden Forschern die Daten zur Verfügung stellt und andererseits der Öffentlichkeit über eine Website neue Einblicke gewähren soll.
Die Mission "Mars Express" der ESA soll unter anderem eine komplette topographische Kartierung des roten Planeten liefern. Zu diesem Zweck wird mit einer hochauflösenden Stereo-Kamera vier Jahre lang die ganze Mars-Oberfläche mit ihren 150 Millionen Quadratkilometern fotografiert. Im Zuge dessen sollen zehn mal zehn Meter große geomorphologische Strukturen erfasst werden.
Topographic Mars Information SystemPanorama-Darstellungen
Über Zusatzmodule ermöglicht TMIS vielfältige Geländeanalysen. So sind mit aus anderen Missionen verfügbaren Daten bereits jetzt Regensimulationen und 360-Grad-Panoramen in höchster Qualität hergestellt worden.
Die Panorama-Darstellungen können für Landungssimulationen zukünftiger Missionen eingesetzt werden. Regensimulationen sind für Hydro- und Geologen von besonderem Interesse. Wasserläufe, abflusslose Gebiete, Einzugsgebiete von Flüssen können präzise ermittelt und auf verschiedene Arten dargestellt werden.
