US-Kongress arbeitet an Digital-TV-Gesetz
Der US-Kongress will im Herbst die Arbeit an einem Gesetzesentwurf für digitales Fernsehen aufnehmen.
Die Regelung soll terrestrisches Digital-TV in den USA zu einer Alltäglichkeit werden lassen.
Der Schritt wurde sowohl von der Film- als auch von der Hardware-Industrie begrüßt. Eine Regelung durch den Kongress sei für beide Seiten die optimale Lösung, um die noch bestehenden Differenzen zwischen Urhebrrechtsschutz und den Rechten der Konsumenten auszuräumen.
Gesetz kommt erst 2003
Billy Tauzin, Vorsitzender des zuständigen Ausschusses im
Repräsentantenhaus teilte mit, dass die Arbeit an einem "umfassenden
Gesetzesentwurf" begonnen habe. Die Verabschiedung des endgültigen
Gesetzes werde aber wahrscheinlich erst 2003 erfolgen.
Ausschuss für Energie und HandelUmstellung bis 2006
US-Fernsehsender sollen bis 2006 auf digitale Signale umstellen. Bei den Medienunternehmen stößt dies aber auf wenig Gegenliebe, solange nicht eindeutige Copyright-Regelungen und entsprechende technische Maßnahmen existieren.
Deshalb fordert die Filmindustrie sichere Kopierschutztechnologien von den Hardwareherstellern.
Die Hardwarehersteller fürchten unterdessen, dass den Geräten [DVD-Player, Videorecorder] zum Schutz der Urheberrechte so viele technische Beschränkungen aufgezwungen werden könnten, dass die Konsumenten nicht mehr daran interessiert sind.
Nutzer wollen Werbung herausschneiden
Die Electronic Frontier Foundation hat Anfang Juni im Namen aller
Nutzer von digitalen Sonicblue-Videorecordern gegen die
Hollywood-Studios geklagt. Sie wollen, dass ihnen das Recht
zugesprochen wird, mit dem digitalen Videorecorder automatisch
Werbesendungen herauszuschneiden. Experten sprechen dem Fall das
Potenzial zu, richtungsweisend im Bereich digitaler Urheberrechte zu
sein.
User verklagen die FilmindustrieKein Online-Tausch
Dem Konsumenten muss wie bisher ermöglicht werden TV-Programme für den späteren Gebrauch und für private Zwecke aufzuzeichnen bzw. auch auf anderen Geräten abzuspielen.
Es soll aber verhindert werden, dass der Endverbraucher die Inhalte der Medienunternehmen [auch unentgeltlich] ins Internet stellt oder dort zum Tausch anbietet.
Der Kongress hat nun die Aufgabe, zwischen Hollywood, Silicon Valley und den Konsumenteninteressen zu vermitteln und eine tragfähige Lösung zu präsentieren.
