14.07.2002

BÄNKER

Warnung vor Managerwechsel bei der DT

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat vor einem Managementwechsel bei der Deutschen Telekom gewarnt, da sie andernfalls "mit entschiedenen negativen Konsequenzen für das Unternehmen" rechnet.

Dies geht aus einem Brief mit Datum 12. Juli hervor, den der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs Henry Paulson an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Telekom, Hans-Dietrich Winkhaus, geschickt hat.

In dem Schreiben warnt Paulson als Chef der bei der Telekom als langjähriges Beratungshaus tätigen Bank, er sei über einen möglichen Wechsel in der Führungsspitze des Unternehmens besorgt. "Wir sind sehr besorgt, dass jede zur Zeit stattfindende Veränderung im Management entschieden negative Konsequenzen für das Unternehmen und alle seine zahlreichen Anteilseigner haben wird", heißt es in dem Brief.

Stabilität gewünscht

Der Goldman-Chef verweist darauf, dass "die Telekom einen strategischen und finanziellen Plan entwickelt hat, um die dringenden Probleme in Bezug auf die Bilanz des Unternehmens und [die US-Mobilfunktochter] VoiceStream anzugehen".

Dieser Plan sei von Goldman "im Detail" mit der derzeitigen Telekom-Führung besprochen worden. Ohne nähere Einzelheiten zu nennen, schreibt Paulson weiter, der Plan werde von Goldman Sachs "aktiv unterstützt".

Auch sei sein Institut "direkt in die Ausführung eingebunden". Wörtlich heißt es: "Wir glauben, dass ein essenzielles Element der erfolgreichen Ausführung des Plans darin besteht, dass das Management der Deutschen Telekom unverändert bleibt."

Paulson schreibt, sein Haus fühle sich verpflichtet, den Aufsichtsrat darüber zu unterrichten, "was unserer Meinung nach im besten Interesse der Telekom ist". Der Goldman-Chef bietet sich in dem Schreiben zudem an, bei der für Dienstag angesetzten außerordentlichen Aufsichtsratssitzung persönlich vorzusprechen. "Wenn Sie glauben, dass es sinnvoll wäre, würde ich die Gelegenheit begrüßen, mich mit Ihnen Herrn Dr. Winkhaus und dem Aufsichtsrat in der kommenden Woche persönlich zu treffen, um unsere Einschätzung in größerer Genauigkeit darzulegen", schreibt Paulson.