Bild: Philips

Wohnzimmer ab 2016 total vernetzt

24.07.2006

Nutzer wie Hersteller träumen gleichermaßen vom Digital Home, in dem PC, Fernseher, Musikanlage und Co miteinander vernetzt sind. Nach Ansicht eines Branchenexperten wird die Realisierung von Projekten dieser Art jedoch noch etwa zehn Jahre dauern.

John McFarlane, Chief Executive von Netzwerk-Audio-Player-Hersteller Sonos, bringt Ernüchterung in die Digital-Home-Fangemeinde: Nach seiner Ansicht wird das komplett vernetzte digitale Wohnzimmer erst in etwa zehn Jahren Realität. Weder Konsumenten noch die dafür notwendige Technologie seien reif für eine Komplett-Umsetzung.

Teillösungen schon heute

Die Zukunft des Digital Home hat indessen freilich schon begonnen. Hersteller wie Apple und Microsoft bieten schon heute Streaming-Systeme an, die es erlauben, digitale Inhalte im ganzen Haus zu konsumieren.

Apples "Airport Express" wird an ein Hifi-System angeschlossen und sendet via drahtloses Netzwerk von PC oder Mac.

Auch Microsoft ist seit dem Erscheinen seiner Xbox 360 Ende letzten Jahres dem digitalen Wohnzimmer einen Schritt näher gekommen: Wird die Spielekonsole mit PC oder Mac verbunden, können auf der Festplatte gespeicherte Audio- und Videodateien direkt zur Xbox gestreamt und von dort aus abgespielt werden.

Philips hat erst heute ein Home-Entertainment-System aus Flachbildschirm, DVD-Player und kabelloser 6.1-Lautsprecherlösung vorgestellt.

Video-Streaming für zu Hause

MacFarlane sagt auch dem privaten Streaming von Videoinhalten innerhalb der eigenen vier Wände eine große Zukunft voraus. Die bereits heute in den USA sehr populären Television-Download-Services weisen in diese Richtung.

Videocontent benötigt derzeit allerdings noch zu viel Bandbreite, um in guter Qualität ausreichend schnell übertragen werden zu können. Der nächste WLAN-Standard ist allerdings noch nicht zur Marktreife entwickelt.

Heimnetzwerk benötigt

Ein weiteres Problem auf dem Weg zum komplett vernetzten Digital Home stellt auch die unzureichende Verbreitung von Heimnetzwerken dar. Derzeit sind Netzwerke hauptsächlich dafür konzipiert, PC-Aktivitäten wie Drucker-Sharing oder Breitband-Internet zu unterstützen.

Netzwerke, die über ausreichend Kapazität verfügen, um den Traum des Entertainment-Netzwerks zu realisieren, müssen erst zur Marktreife weiterentwickelt werden, so Experte McFarlane.

Auch sei mit einer Wireless-Network-Versorgung in der Mehrzahl der Privathaushalte erst Anfang bis Mitte des nächsten Jahrzehnts zu rechnen.

(futurezone | BBC)