14.07.2002

SCI FI

Bildquelle: nyt

Ein Schwarm vernetzter Kampfflugroboter

Die High-Tech-"Spielzeuge" des US-Militärs haben im letzten Jahr durch den "Krieg gegen den Terror" einen bedeutenden Schub erfahren. Nach Premieren wie den Flugroboter-Kampfeinsätzen über Afghanistan und angesichts der drastisch erhöhten Budgets machen sich die Forscher, die für die Militärs arbeiten, auch nicht ganz unberechtigte Hoffnungen, dass sie ihre Visonen jetzt zügiger als geplant umsetzen können.

Eine Idee ist die Vernetzung tausender Spionage- und Kampfdrohnen zu einem "intelligenten Schwarm", der den Luftraum eines Kriegsgebiets beherrscht und dort nicht nur jede Bewegung am Boden erfasst, sondern identifizierte Ziele sofort angreifen kann.

Diese Vision erfordert allerdings eine völlig neue Kommunikationsstruktur, mit der die Drohnen, die mit teils beträchtlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind, untereinander und mit dem Hauptquartier kommunizieren können.

Das Projekt, mit dem diese neue Struktur entwickelt werden soll, heißt "Multimedia Intelligent Network of Unattended Mobile Agents" [kurz "Minuteman"] und beschäftigt nicht weniger als 300 Wissenschaftler in 45 Teams.

Multimedia im Krieg

Das Netzwerk der Drohnen muss vor allem extrem stabil und gleichzeitig flexibel ausgelegt sein, damit keine Information verloren geht.

Dies soll einerseits durch eine redundante Netzstruktur erreicht werden, in der jede Drohne als Verteiler fungieren kann und andererseits durch den flexiblen Umgang mit den zu übermittelnden Daten.

So soll die Qualität der von den Drohnen aufgenommenen Filme bei Bandbreiten-Problemen stufenweise herabgesetzt werden können [bis hin zu einzelnen schwarz-weiß Standbildern] und dies nicht zentral gesteuert sondern nach "selbstständigen" Entscheidungen der Drohne, die das Datenpaket gerade weiterleiten soll.

Ein fliegendes Netz

Im "Normalbetrieb" hat der Drohnen-Schwarm allerdings eine Hierachie. An der Spitze stehen dabei die großen Aufklärungs-Drohnen "Global Hawk", die in rund 15 Kilometer Höhe operieren.

Die "Global Hawks" agieren als Schnittstelle zwischen den tiefer fliegenden kleineren Drohnen und den Einsatzzentralen auf dem Boden. Sie übertragen sowohl Kommandos zu den Drohnen als auch die von ihnen gesammelten Daten in Gegenrichtung.

Horizont

Die an "Minuteman" beteiligten Wissenschaftler wie Mario Gerla sind davon überzeugt, dass ihr "Kampfschwarm" schon in rund acht Jahren einsatzbereit ist.

Militär-Fachleute melden allerdings Zweifel an und sehen die unbemannte Flug-Armada frühestens in 20 Jahren in Aktion.