Geheim-Kommunikation für Konsumenten
Eine internationale Gruppe von "Hacktivisten" will in einer Woche eine Software vorstellen, die es auch technisch unbeschlagenen Nutzern ermöglichen soll, nicht nur verschlüsselt, sondern auch im Geheimen online zu kommunzieren.
Dazu soll eine Technologie namens "Steganographie" zum Einsatz kommen, mit der Informationen [Text] in die Daten eines Bildes [im gif-Format] so eingebettet werden, dass das Bild bei normaler Betrachtung keine Auffälligkeiten aufweist und Uneingeweihte gar nicht merken, dass hier Informationen verborgen sind.
Die Gruppe "Hacktivismo", die mit der legendären Gruppe "Cult of the Dead Cow" assoziiert ist, will ihr einfach zu bedienendes Tool namens "Camera/Shy" am 13. Juli in New York im Rahmen des "H2K2"-Kongresses vorstellen.
Das Wort "Steganographie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß "geheimes Schreiben".
HacktivismoUnauffällig und verschlüsselt
Steganographie wird immer wieder als Möglichkeit zur sicheren Kommunikation ins Spiel gebracht, wenn offensichtlich verschlüsselte Botschaften schon den Verdacht von potenziellen Spionen oder der staatlichen Zensur erregen können.
Zuletzt kam die Technologie in die Schlagzeilen, als im Herbst 2001 berichtet wurde, dass verborgene Nachrichten von Terroristen in online gezeigten und dem Vernehmen nach oftmals pornografischen Bildern versteckt seien.
Die Wissenschaftler Niels Provost und Peter Honeyman von der University of Michigan untersuchten danach allerdings zwei Millionen Bilder aus dem Web und fanden keinen Beweis für die kolportierten Terror-Botschaften.
Von den zwei Millionen untersuchten Bildern schienen 17.000 verschlüsselte Nachrichten zu beinhalten. Um einen Beweis zu erbringen, ließen Provost und Honeyman eine so genannte Lexikon-Attacke über die Bilder laufen, die die zum Decodieren eingesetzten Schlüsselwörter enttarnen sollte. Da diese Lexikon-Attacken mit 25-prozentiger Sicherheit Veränderungen nachweisen können, hätten sich nach Meinung der Wissenschaftler zumindest einige verborgene Bilder zeigen sollen. Dies geschah jedoch nicht.
"Geheime Botschaften" in Porno-PixPlug and Steno
Zwar existieren bereits seit geraumer Zeit eine Reihe von Steganographie-Tools, von denen viele auch gratis vertrieben werden, aber sie alle haben das Manko, dass sie dem völlig unbedarften Nutzer einige Mühe abverlangen.
Mit "Camera/Shy" will "Hacktivismo" jetzt eine Software präsentieren, die genauso einfach zu bedienen ist wie ein Browser oder ein E-Mail-Programm.
"Camera/Shy" läßt sich demnach auch einfach als Browser verwenden, um Sites anzusteuern, auf denen Bilder mit verborgenem Text zu sehen sind. Daneben sollen sich ebenfalls ohne Vorkenntnisse und bei intiutiver Benutzerführung einfach Texte in Bildern verstecken lassen.
Zusätzlich zur Tarnung durch die Steganographie wird das Programm auch noch Verschlüsselungen unterstützen, so dass Text, der in einem Bild gefunden wurde, nicht ohne weiteres zu lesen ist.
Steganographie-Site
