Internet-Ombudsmann reitet gegen Meteodata
Die Copyright-Klagen des oberösterreichischen Wettersite-Betreibers Meteodata wegen unautorisierter Links haben zu einer scharfen Reaktion des Internet-Ombudsmannes geführt.
Das Unternehmen hat nach Kenntnis des Internet-Ombudsmannes noch keine Klage in Österreich eingebracht. Eine Klage würde die bestehende Rechtsunsicherheit aufklären, erklärt Jürgen Gangoly, Projektleiter von Internet Ombudsmann.
Mehr als 100 von Zahlungsaufforderungen durch Meteodata Betroffene seien im Kontakt mit der Beratungsstelle für E-Commerce-Fragen. Einige Wenige haben Rechtsanwaltbriefe erhalten. In keinem der Fälle sei jedoch Klage erhoben worden. Günther Franz, Pressesprecher von Meteodata, versicherte allerdings, dass bereits geklagt wurde.
Abkassieren für Hyperlinks"Völlig überzogen"
Die Forderungen von Meteodata für die unerlaubte Verlinkung mit Wetterkarten des Unternehmens sind nach Einschätzung des Internet-Ombudsmannes "völlig überzogen".
Das Unternehmen wolle eine Verlinkung durch andere Website-Betreiber gar nicht vermeiden. Vielmehr beruhe das "Geschäftsprinzip bisher nur auf Einschüchterung mittels Klagsandrohung".
Meteodata-Sprecher Franz verwehrt sich gegen den Vorwurf, Meteodata betreibe "mutwillige Abkassiererei". Es gehe vielmehr um "Rechnungen für in Anspruch genommene Dienstleistungen".
Für viele Website-Betreiber, die Links auf Unterseiten von Meteodata gelegt haben, sei nicht klar gewesen, dass dies ein kostenpflichtiges Angebot sei, so Gangoly. Viele hätten sogar "im guten Willen" gehandelt, weil ein Link mehr Traffic für die Seite bedeutet. Eindeutig im Unrecht sieht Gangoly nur jene, die Meteodata-Seiten in Frames der eigenen Seite eingebaut haben. Die Forderungen von Meteodata hält er aber auch hier für "völlig überzogen". So würde das Unternehmen Forderungen von teilweise 100.000 Euro stellen.
Internet-Ombudsmann"Mit etwas mehr Gefühl"
In einem Gespräch mit Meteodata Anfang des Jahres hat der Internet-Ombudsmann Maßnahmen vorgeschlagen. Die Verdeutlichung der Kostenpflichtigkeit sowie ein Statement auf der Startseite, dass das Setzen von Links unerwünscht sei, wurde aber von dem Unternehmen abgelehnt.
Teilweise habe man Betroffene sogar "gewähren lassen" und sie erst später mit einer Zahlungsaufforderung konfrontiert. Aus der Sicht der Beratungsstelle sei es wünschenswert, wenn Meteodata "mit etwas mehr Gefühl" an die Sache herangehen würde, so Gangoly.
Für diese Sichtweise des Internet-Ombudsmannes spricht auch, dass Meteodata-Geschäftsführer Christian Brandstätter und Marketing-Chef Rene Hellwig auch die Firma WERICO [Website Rights Control] betreiben. Diese hat sich auf Abmahnungen gegen Website-Betreiber spezialisiert.
Ein neuer "Feind des Internet"
