04.07.2002

ABMAHNER

Internet-Ombudsmann reitet gegen Meteodata

Die Copyright-Klagen des oberösterreichischen Wettersite-Betreibers Meteodata wegen unautorisierter Links haben zu einer scharfen Reaktion des Internet-Ombudsmannes geführt.

Das Unternehmen hat nach Kenntnis des Internet-Ombudsmannes noch keine Klage in Österreich eingebracht. Eine Klage würde die bestehende Rechtsunsicherheit aufklären, erklärt Jürgen Gangoly, Projektleiter von Internet Ombudsmann.

"Völlig überzogen"

Die Forderungen von Meteodata für die unerlaubte Verlinkung mit Wetterkarten des Unternehmens sind nach Einschätzung des Internet-Ombudsmannes "völlig überzogen".

Das Unternehmen wolle eine Verlinkung durch andere Website-Betreiber gar nicht vermeiden. Vielmehr beruhe das "Geschäftsprinzip bisher nur auf Einschüchterung mittels Klagsandrohung".

Meteodata-Sprecher Franz verwehrt sich gegen den Vorwurf, Meteodata betreibe "mutwillige Abkassiererei". Es gehe vielmehr um "Rechnungen für in Anspruch genommene Dienstleistungen".

"Mit etwas mehr Gefühl"

In einem Gespräch mit Meteodata Anfang des Jahres hat der Internet-Ombudsmann Maßnahmen vorgeschlagen. Die Verdeutlichung der Kostenpflichtigkeit sowie ein Statement auf der Startseite, dass das Setzen von Links unerwünscht sei, wurde aber von dem Unternehmen abgelehnt.

Teilweise habe man Betroffene sogar "gewähren lassen" und sie erst später mit einer Zahlungsaufforderung konfrontiert. Aus der Sicht der Beratungsstelle sei es wünschenswert, wenn Meteodata "mit etwas mehr Gefühl" an die Sache herangehen würde, so Gangoly.