30.06.2002

MATRIX FORUM

Bildquelle:

Rodney Brooks über Menschmaschinen

"Der Mensch wird mit Hilfe der neuen Technologien die eigene Evolution vorantreiben", so Rodney Brooks, Direktor des "Artificial Intelligence Lab" am MIT in Boston.

In seinen Labors entstehen künstliche Wesen, wie der Roboter Kismet, der auf Stimmungen seiner menschlichen Gesprächspartner eingehen und selbst Gefühle simulieren kann. Das besondere an ihm: er findet die Augen von Menschen, stellt in einem Dialog an den passenden Stellen Augenkontakt her beziehungsweise wendet seine Augen ab, je nachdem wer bei einem Gespräch gerade an der Reihe ist.

Wir sind Maschinen

"Ich behaupte, dass wir Maschinen sind und Gefühle haben, also ist es im Prinzip allen Maschinen möglich, Emotionen zu haben, da wir ja Beispiele von Maschinen kennen - nämlich uns - die über Gefühle verfügen", so Rodney Brooks, in seinem Buch "Menschmaschinen", das im Campus Verlag erschienen ist.

Doch es kann sein, dass wir nicht intelligent genug sind, um Roboter zu bauen, die so intelligent sind, dass sie auch fühlen können und sich selbst reproduzieren, relativiert Rodney Brooks seine Zukunftsvision.

Dass Mensch und Maschine immer mehr zu einer Einheit verschmelzen, sei ein Faktum. Bereits heute haben zehntausende Menschen Implantate, die elektronische Bauteile direkt mit ihrem Nervensystem verbinden. Diese Menschen haben erkannt, dass es ihnen besser geht, wenn sie Mischwesen werden, teils Mensch, teils Maschine.