30.06.2002

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Bildquelle: orf on

Kopierschutz ungefragt auf dem PC

Nur Tage nachdem zum ersten mal von Micrsofts zukünftigem Sicherheitskonzept "Palladium" berichtet wurde, das allerdings von Kritikern vor allem als Konzept zur Kontrolle von Inhalten und Software aufgefasst wurde, hat der Konzern offensichtlich schon damit begonnen, "Palladium" umzusetzen:

Bei der Installierung eines General-Patch für den Windows Media Player, der am Donnerstag veröffentlicht wurde und drei neue Sicherheitslücken schließt, muss Nutzungsbestimmungen [End User License Agreement] zugestimmt werden, die Microsoft das Recht einräumen, zukünftig ungefragt online ein Update auf dem Rechner des Nutzers zu installieren.

Dieses Update "von Betriebssystemkomponenten" soll den Schutz von Inhalten, die mit einem Kopierschutzsystem versehen sind [DRM, Digital Rights Management], unterstützen.

In den Nutzungsbestimmungen wird der User in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass durch das mögliche OS-Update die Möglichkeiten Inhalte abzuspielen bzw. zu kopieren eingeschränkt werden können.

Der Patch

Der Sammel-Patch für den Media Player betrifft Version 6.4, 7.1 und XP. Neben den bisher für den Windows Media Player [WMP] vorhandenen Patches enthält die Sammlung Abhilfe für drei Lücken neueren Datums.

"Palladium"

Laut einem "Newsweek"-Bericht verfolgt Microsoft derzeit einen umfassenden Masterplan für sichere, bzw. kontrollierte PCs.

Das "Palladium"-Programm geht demnach weit über die von Bill Gates verkündete "Trustworthy Computing"-Initiative hinaus und soll auch Hardware-Komponenten einbinden.

"Palladium" umfasst demzufolge ein Paket aus Firewalls, Verschlüsselungs-Systemen für externe und interne Daten, Spam-Filter, ein Authorisierungs-System ["My Man"] und schließlich ein DRM-System [Digital Rights Management], das sowohl professionellen als auch privaten Anbietern zur Verfügung stehen soll.

Angeblich soll das neue Konzept erstmals in das nächste große Windows-Update, das 2004 erwartet wird, eingebunden sein.