"Pfadfinder" auf Raubkopiererjagd

HongKong
18.07.2006

Hongkongs Regierung will noch in diesem Sommer 200.000 Jugendliche rekrutieren, um im Internet nach Urheberrechtsverletzungen zu suchen.

Die Unterhaltungsindustrie begrüßt das Programm "mit erzieherischem Effekt", bilden doch junge Personen bis 25 Jahre den Großteil von Raubkopierern.

Kritiker mahnen, dass diese Methode an Chinas Kulturrevolution erinnere, als Kinder ermutigt wurden, ihre Eltern auszuspionieren.

Die Regierung wehrt sich gegen diesen Vorwurf. "Wir wollen nur das Bürgerbewusstsein wecken, um Verbrechen den Behörden zu melden", so Tam Yiu-Keung, Aufsichtsbeamter der Zoll- und Steuerbehörde Hongkongs, zur "New York Times".

Diesen Mittwoch wird die "Youth Ambassador"-Kampagne in Hongkong mit der Gelobung von 1.600 Jugendlichen eröffnet.

Die Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 25 Jahren sollen Internet-Diskussionsseiten nach urheberrechtlich geschützter Musik und Filmen durchforsten und die Behörden über alles informieren.

Die Behörden leiten die Ergebnisse ihrerseits an die Musik- und Filmverbände weiter, die entsprechende Websites dann dazu auffordern, entsprechende Postings zu löschen.

Internationale Nachahmer?

Nach Auskunft der US-Heimatschutzbehörde gibt es derzeit keine Pläne, ein solches Programm auch in den USA einzuführen.

(pte.at | NY Times)