Vier Mrd. USD für WorldCom-Sparte
Das US-Telekomunternehmen IDT will drei bis vier Milliarden USD [4,05 Milliarden Euro] für die MFS Communications-Sparte des in einen Buchführungsskandal verwickelten US-Telekomkonzerns WorldCom zahlen.
Das wären rund zehn Milliarden USD weniger als WorldCom vor sechs Jahren für MFS Communications hingeblättert hatte, berichtete die "New York Times".
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass WorldCom versucht hatte, durch offensichtliche Buchfälschungen in Höhe von 3,85 Milliarden USD tatsächliche Verluste für die vergangenen fünf Quartale in Gewinne zu verwandeln.
IDT-Chef Howard S. Jonas hat sein Interesse an MFS bekundet. Er hatte in letzter Zeit zahlreiche Vermögenswerte bankrotter US-Telefongesellschaften zu Billigpreise erworben. IDT mit Sitz in Newark [New Jersey] bietet Telefon-, Internet-Telefon- und Datendienste an.
IDTBanken suchen Interessenten
WorldCom verhandelt mit seinen Banken über ein neues Kreditabkommen von fünf Milliarden USD. Die Banken haben einen Gläubigerausschuss gebildet, der von der Citigroup und der Deutsche Bank geführt wird.
WorldCom schuldet den Banken 2,65 Milliarden USD und hat Gesamtschulden von mehr als 30 Milliarden USD.
Die WorldCom-Banken haben nach Angaben der "New York Times" Investoren und Konkurrenten kontaktiert, um ihr Interesse an dem Kauf von größeren Bereichen der angeschlagenen Telekom-Gesellschaft herauszufinden. Die WorldCom-Spitzenmanager versuchen ihrerseits, einen Konkurs zu vermeiden.
WorldCom unter Beobachtung
Ein New Yorker Richter will einen Beobachter für WorldCom einsetzen. Er solle "ungerechte Bereicherung" auf Grund der Buchführungsmanipulationen des Unternehmens verhindern. Der Richter Jed S. Rakoff hat nach Angaben der Zeitung WorldCom untersagt, jeweils mehr als 100 000 USD an derzeitige oder frühere Manager, Verwaltungsratsmitglieder und Mitarbeiter zu zahlen, ehe der Beobachter seine Arbeit aufgenommen hat.
