29.06.2002

THINK DIFFERENT

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Verdacht auf Insider-Handel bei Apple

In den vergangenen beiden Jahren haben Manager von Apple zwei Mal kurz vor Gewinnwarnungen Aktienpakete im Millionenwert verkauft. Nach diesen Gewinnwarnungen sackte der Apple-Kurs jeweils erheblich ab.

Analysten sagten dazu, dass dies ungewöhnlich sei, obwohl es dafür auch eine harmlose Erklärung geben könne.

Verkäufe vor Gewinnwarnungen grundsätzlich verdächtig

"Dies Verkäufe waren gut geplant", sagte der Direktor des Insider-Forschungsinstituts Thomson Financial, Lon Gerber. Martin Friedman vom Institut Friedman, Billings, Ramsey & CO erklärte, es sei immer verdächtig, wenn Manager vor einer Gewinnwarnung ihre Aktien verkauften. Verkäufe von Aktien des eigenen Unternehmen sind allerdings nichts besonderes, weil viele Beschäftigte einen Teil ihres Gehalts in Aktien bekommen.

Apple verteidigt die Verkäufe

Apple hat die Verkäufe verteidigt, die von Mac-Enthusiasten in einer Kolumne der Webseite Resexcellence.com vergangene Woche erstmals gemeldet wurde.

Die Verkäufe im Detail

Die größte Verkaufswelle ereignete sich zwischen dem 22. April und dem 31. Mai. Damals wurden 1,9 Millionen Apple-Aktien im Wert von 49 Millionen USD [49,9 Mill. Euro] abgestoßen, und zwar von Anderson und fünf weiteren ranghohen Mitgliedern der Geschäftsführung.

Damals lag der Apple-Kurs bei 24 USD, jetzt wird das Unternehmen mit rund 17 USD pro Aktie notiert.

Im August 2000 verkauften drei derselben Personen - die Vizepräsidenten Avie Tevanian und Sina Tamaddon und Generalberaterin Nancy Heinen - sowie Hardware-Ingenieur Jon Rubinstein 370.000 Aktien im Wert von 21 Millionen USD.

Nach einer kurz darauf erfolgten Gewinnwarnung verlor die Apple-Aktie die Hälfte ihres Werts.