Neuer Funkchip mit mehr Speicherplatz

17.07.2006

Der neue drahtlose Chip Memory Spot aus dem Hause Hewlett-Packard ist der RFID-Technologie nicht nur durch Kapazitäten zwischen 256 Kilobit und vier Megabit, sondern auch durch Übertragungsraten bis zu zehn Megabit pro Sekunde überlegen. Der Chip soll in einigen Jahren marktreif sein.

Für die Entwicklung des Memory Spot zeichnet die Forschungsabteilung des US-Konzerns Hewlett-Packard verantwortlich. Der neuartige Speicherchip kann Objekte mit digitalen Informationen ausstatten.

Ähnlich einem RFID-Aufkleber [Radio Frequency Identification] können auf diese Weise Fotos, Dokumente und Identitätsnachweise mit zusätzlichen Informationen wie Video- und Audiomaterial ausgestattet werden. Die Informationen können dann mit entsprechenden Lesegeräten abgerufen und ausgelesen werden.

High-Speed-Datentransfer

Im Unterschied zur bestehenden RFID-Technologie, die derzeit in der Logistik eingesetzt wird und zukünftig den Strichcode ablösen soll, können auf dem nur zwei bis vier Quadratmillimeter großen Chip Datenmengen von bis zu vier Megabit untergebracht werden. Die Kapazität ist aber laut Entwickler HP problemlos erweiterbar.

RFID kontra Memory Spot

Der größte Vorteil gegenüber RFID besteht aber in der Geschwindigkeit der drahtlosen Datenübertragung: Via integrierte Antenne sind Datentransferraten von bis zu zehn Megabit pro Sekunde möglich. Der Chip selbst besitzt keine aktive Energieversorgung, sondern wird passiv von der Energie des Lese- und Schreibgeräts gespeist.

Digitale Krankenakte

Obwohl der Memory Spot der RFID-Technologie überlegen ist, soll er ihr keineswegs Konkurrenz machen: Der Chip ist laut HP Labs geeignet, das Patienten-Monitoring in Krankenhäusern zu übernehmen und Krankenakten auf handlichen Armbändern zu speichern. Auch im Entertainment-Bereich wäre ein Einsatz denkbar: Fotos könnten mit Musik oder Kommentaren unterlegt werden und so zum "sprechenden Erinnerungsstück" aufsteigen.

Marktreife erst in einigen Jahren

Wann die neue Technologie massenmarkttauglich sein wird, steht allerdings noch nicht fest - die Entwickler rechnen mit einer Vorlaufzeit von einigen Jahren.

RFID-Chips lösen Barcode ab

Ob im Supermarkt, in der Bücherei oder im Krankenhaus - RFID-Chips sollen das Leben erleichtern, stehen aber bei Datenschützern weiter in der Kritik.