Streaming für die Massen
AOL soll derzeit eine Technologie entwickeln, die Audio- und Videostreams deutlich einfacher und vor allem kostenkünstiger ermöglichen soll.
Das "Ultravox"-Projekt besteht nach Informationen von "Forbes" aus Serversoftware und Hardware, die zusammen den Aufwand gegenüber herkömmlichen Streaming-Verfahren drastisch senken sollen:
"Ultravox erlaubt es, gleichzeitig 10.000 Nutzer mittels eines relativ billigen Routers mit Video-Streams zu bedienen. Im Gegensatz dazu können derzeit 1.000 Nutzer mit einem teuren Sun-Server oder 100 mit einer Windows-NT-Kiste bedient werden," wird ein Entwickler zitiert.
"Ultravox bringt die Streaming-Software direkt auf den Router. Es kann die Art und Weise, wie Video oder Audio über das Netz geliefert wird, fundamental verändern", wird der Entwickler weiter zitiert.
AOL mit mehr als 33 Millionen MitgliedernWinamp-Entwickler
"Ultravox" wurde von einem Entwickler-Pool kreiert, dem unter anderem Nullsoft-Programmierer angehören sollen.
Nullsoft, das unter anderem den Winamp-Player entwickelt hat., wurde 1999 von AOL übernommen.
AOL kauft NullsoftKonkurrenz schläft nicht
AOL ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das derzeit an einer als dringend nötig empfundenen, serverseitigen Verbesserung der Streaming-Technologien arbeitet.
Neben unabhängigen Entwickerln wie SockEye Networks, InterNap und Edgestream sind auch RealNetworks und Microsoft dabei, ihre Produkte drastisch zu verbessern.
Microsoft mit Streaming-OffensivePlayer
Im Gegensatz zu Microsoft und RealNetworks ist AOL Time Warner allerdings ein Medienkonzern, der nicht seine Software-Standards durchsetzen, sondern zuerst seine Inhalte verkaufen will.
Mit RealNetworks verbindet AOL eine langjährige Partnerschaft, und bislang hat AOL auch auf deren Streaming-Technologien gesetzt.
RealNetwork ist in dieser Konstellation daher wesentlich mehr von AOL abhängig als umgekehrt, daher könnte das "Ultravox"-Projekt nach der Umsatzwarnung in der letzten Woche neues Ungemach bedeuten, auch wenn derzeit unklar ist, ob AOL auch RealNetworks Player durch eine eigene "Ultravox"-Software ersetzen will.
