28.06.2002

ULTRAVOX

Bildquelle: orf on

Streaming für die Massen

AOL soll derzeit eine Technologie entwickeln, die Audio- und Videostreams deutlich einfacher und vor allem kostenkünstiger ermöglichen soll.

Das "Ultravox"-Projekt besteht nach Informationen von "Forbes" aus Serversoftware und Hardware, die zusammen den Aufwand gegenüber herkömmlichen Streaming-Verfahren drastisch senken sollen:

"Ultravox erlaubt es, gleichzeitig 10.000 Nutzer mittels eines relativ billigen Routers mit Video-Streams zu bedienen. Im Gegensatz dazu können derzeit 1.000 Nutzer mit einem teuren Sun-Server oder 100 mit einer Windows-NT-Kiste bedient werden," wird ein Entwickler zitiert.

Winamp-Entwickler

"Ultravox" wurde von einem Entwickler-Pool kreiert, dem unter anderem Nullsoft-Programmierer angehören sollen.

Konkurrenz schläft nicht

AOL ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das derzeit an einer als dringend nötig empfundenen, serverseitigen Verbesserung der Streaming-Technologien arbeitet.

Player

Im Gegensatz zu Microsoft und RealNetworks ist AOL Time Warner allerdings ein Medienkonzern, der nicht seine Software-Standards durchsetzen, sondern zuerst seine Inhalte verkaufen will.

Mit RealNetworks verbindet AOL eine langjährige Partnerschaft, und bislang hat AOL auch auf deren Streaming-Technologien gesetzt.

RealNetwork ist in dieser Konstellation daher wesentlich mehr von AOL abhängig als umgekehrt, daher könnte das "Ultravox"-Projekt nach der Umsatzwarnung in der letzten Woche neues Ungemach bedeuten, auch wenn derzeit unklar ist, ob AOL auch RealNetworks Player durch eine eigene "Ultravox"-Software ersetzen will.